Am 14. Februar 2026 nimmt die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Stellung zu den aktuellen Berichten der ZEIT. Im Fokus stehen strafrechtliche Ermittlungen, die im November 2025 gegen den Direktor der Klinik für Unfallchirurgie sowie gegen sechs Fachärzte eingeleitet wurden. Der Anlass der Ermittlungen waren Vorwürfe, dass falsche Erfahrungsnachweise zur Vorlage bei der Ärztekammer Niedersachsen erstellt worden sein könnten.

Im Rahmen dieser Untersuchungen beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Hannover Operationsberichte der letzten zehn Jahre und weitere relevante Materialien. Die MHH betont, dass sie mit den Ermittlungsbehörden vollumfänglich kooperiert hat. Ende Januar 2026 wurde jedoch bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlung aufgrund fehlenden Tatverdachts einstellte.

Ergebnisse der internen Prüfungen

Interne Prüfungen der MHH belegten, dass es keine Hinweise auf Behandlungsfehler durch die betroffenen Fachärzte gab. Es wird klargestellt, dass alle Fachärzte ihre Weiterbildung bereits vor dem Dienstantritt des Klinikleiters im Jahr 2021 begonnen haben und ihre Facharztprüfungen erfolgreich abgeschlossen haben.

Insgesamt verfügen 25 Mitarbeitende der MHH über die erforderliche Facharztqualifikation. Die Klinik unterliegt externer Qualitätssicherung und garantiert eine medizinische Versorgung nach hohen Standards. Die Facharztweiterbildung wird in Deutschland von der ärztlichen Selbstverwaltung festgelegt und stützt sich auf eine kontinuierliche Beurteilung der fachlichen Kompetenz.

Qualitätsstandards und Entwicklungen in der Amputationsmedizin

Die MHH wendet sich zudem gegen die Darstellung der ZEIT, die eine vermeintliche fehlende Expertise im Bereich der Amputationsmedizin suggeriert. Das Verfahren der Osseointegration, ein invasives Verfahren, erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung. Die Hochschule hebt hervor, dass die seit 2021 eingeschlagene Richtung, die weniger invasive Therapieansätze verfolgt, zu einer Spezialisierung geführt hat.

Die MHH betont, dass die gesunkene Zahl an Osseointegrationseingriffen nicht gleichzusetzen ist mit einem Bedeutungsverlust, sondern vielmehr mit einem bewussten Umdenken in der medizinischen Praxis einhergeht. Zudem steht die MHH in regem Austausch mit der Ärztekammer Niedersachsen, um die Qualität sowie die Dokumentation der ärztlichen Weiterbildung zu verbessern.

Abschließend stellt die MHH klar, dass der Datenschutz fortlaufend überprüft wird, insbesondere die Zugriffsregelungen auf personenbezogene Daten. Diese Maßnahmen sind Teil der umfassenden Bemühungen, sowohl die medizinische Qualität als auch den Schutz der Patientendaten zu gewährleisten.