Am 8. April 2026 besucht Smilla, begleitet von zwei Freunden und ihren Eltern, das Deutsche Museum in München. Hier entdecken sie einen Escape-Room, der innovative Ansätze zur Vermittlung nachhaltiger Energietechnologien bietet. Der Escape-Room stellt den Teilnehmern verschiedene Rätsel, die gelöst werden müssen, um voranzukommen. Bereits während ihres Abenteuers finden Smilla und ihre Freunde einen Halbleiter, der für die künstliche Fotosynthese eingesetzt werden kann. Nun sind sie auf der Suche nach einem speziellen Code auf einem Poster mit dem Periodensystem, um das nächste Schloss zu öffnen.
Der Escape-Room hat sich als äußerst populär erwiesen, da bereits Hunderte von Personen daran teilgenommen haben. Er ist Teil einer größeren Initiative von der Technischen Universität München (TUM), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Wissenschaft nicht nur an der Universität, sondern auch in die Stadt zu bringen. Die TUM hat dabei verschiedene Formate ins Leben gerufen, darunter Straßenfestivals, spezielle Schulangebote und Wissenschaftstalks in Kneipen und Wirtshäusern. Diese vielseitigen Veranstaltungen zielen darauf ab, das Interesse an Wissenschaft und Technologie zu fördern und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. TUM berichtet, dass solche Aktivitäten den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken sollen.
Nachhaltige Bildung im Escape Game Lab
Ein weiterer innovativer Ansatz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung findet in Mainz statt. Hier wurde kürzlich das Escape Game Lab eröffnet, das unter dem Motto steht: „Klimabildung erlebbar, handlungsorientiert und motivierend gestalten.“ Im Escape Game Lab gibt es sechs thematische Räume, jeder mit eigenen Geschichten, Leitfiguren und Lernzielen. Die behandelten Themen reichen vom Treibhauseffekt über die Ozeanversauerung bis hin zum Meeresspiegelanstieg und grünem Wasserstoff.
Seit dem Buchungsstart im November 2025 haben bereits über 180 Schülerinnen und Schüler an den Aktivitäten des Escape Game Labs teilgenommen, und es gibt zahlreiche weitere Buchungen für 2026. Dieses Projekt hat sich als erfolgreicher außerschulischer Lernort etabliert und wurde vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz zertifiziert. Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung fördert den Ausbau des Labors und die Entwicklung von Bildungsprogrammen.
Einbindung von Technologie und Kreativität
In einem fiktiven Setting, dem „Future Institute Mainz“, müssen die Teilnehmenden entführte Wissenschaftler befreien und wichtige Forschungsergebnisse rekonstruieren. Die Rätsel fördern nicht nur das vernetzte Denken, sondern sensibilisieren die Teilnehmenden auch für die kritischen Kipppunkte im Klimasystem. Das Escape Game Lab bietet damit eine innovative Herangehensweise zur Vermittlung von Umwelt- und Klimathemen und wendet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse, ohne dass zuvor spezielles Wissen erforderlich ist.
Zusätzlich zur Durchführung von Escape Games wird eine digitale Begleitstruktur namens „Greeny“ implementiert, die das Spiel moderiert. Damit können auch Lehrkräfte von bereitgestellten Materialien zur didaktischen Vor- und Nachbereitung des Besuchs profitieren. Eine geplante Escape Game Werkstatt wird Lehramtsstudierenden die Möglichkeit bieten, eigene Themen zu entwickeln, was auch Bachelor- und Masterarbeiten einschließen kann.
Die Projektleitung liegt in den Händen von Timo Graffe und Fabian Schäfer, die mit ihrem Engagement zur Förderung von Naturwissenschaften einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung leisten. Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung setzt sich dabei besonders für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften ein und organisiert Fachtagungen, um den Austausch und die Weiterbildung in diesen Bereichen zu fördern. Johannes Gutenberg-Universität Mainz hebt hervor, wie wichtig diese Initiativen für eine nachhaltige Zukunft sind.