In einer Zeit, in der die globale Ordnung rapide im Wandel ist, zeigt sich Europa gefordert, seine Position grundlegend zu überdenken. Die Konkurrenz zwischen den USA und China um die Vormachtstellung wird nicht ignoriert, während Russland durch Krieg und Desinformation einen destabilisierten Euroraum hinterlässt. Diese Herausforderungen sind der Nährboden, auf dem rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegungen gedeihen. Diese Gruppierungen streben danach, die demokratische Ordnung zu delegitimieren und nehmen an Einfluss zu, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern. Wie b-tu.de berichtet, ist es von großer Bedeutung, der Demokratie eine entschlossene Stärkung entgegenzusetzen.

Martin Schulz, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung und Ex-Präsident des Europäischen Parlaments, beleuchtet diese Themen in einem Vortrag am Mittwoch, den 14. Januar 2026, von 17:30 bis 19:00 Uhr, im Audimax 2 am Zentralcampus der BTU in Cottbus. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Geleitet wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Eike Albrecht und Prof. Dr. Frank Wätzold. Schulz, der den Karlspreis 2015 für seine Verdienste um die europäische Zusammenarbeit erhielt, wird die Notwendigkeit einer Stärkung der demokratischen Strukturen thematisieren.

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Rising Populism und seine Gefahren

Die neue Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt alarmierend, dass sich menschenfeindliche und autoritäre Weltanschauungen in Deutschland verbreiten. Während zwei Drittel der Bevölkerung eine offene und demokratische Gesellschaft befürworten, hat die AfD in Umfragen dennoch 20 Prozent Zustimmung. Das bedeutet, dass 80 Prozent der Bevölkerung nicht hinter ihrer Ideologie stehen, wie ipg-journal.de feststellt. Der Autor ruft dazu auf, die Mehrheit zu mobilisieren, die die Demokratie schützen möchte, und warnt eindringlich vor der Zusammenarbeit zwischen CDU, FDP und AfD in Thüringen.

Er argumentiert, dass solche Allianzen gefährlich für den demokratischen Diskurs sind und fordert stattdessen einen „Deutschlandpakt“ unter den demokratischen Parteien. Die Probleme sind komplex und können nicht allein von Nationalstaaten gelöst werden; europäische Zusammenarbeit ist dringender denn je.

Kontext der Radikalen Rechten in Europa

Die Entwicklungen in Deutschland sind Teil eines größeren Trends in Europa. Historisch betrachtet gab es in vielen Ländern, wie den Niederlanden, Italien und Ungarn, einschneidende Erfolge radikaler rechter Parteien, die in Regierungen oder Koalitionen vertreten sind. Laut einem Artikel von bpb.de sind radikale rechte Gruppen mittlerweile Teil des politischen Alltags und stellen in sieben EU-Ländern die stärkste Kraft. Der Stimmenanteil dieser Parteien ist von 8,4 Prozent im Jahr 2004 auf 20 Prozent im Jahr 2024 angestiegen. Diese Bewegungen zeichnen sich durch nativistische, rassistische und antiliberale Haltungen aus und üben Druck auf die demokratischen Institutionen aus.

Die Kritik an den etablierten politischen Kräften weicht oft einfachen Erklärungen für komplexe Probleme. Diese Tendenzen alimentieren ein „Wir gegen die“-Denken, das in der Gesellschaft tief verwurzelt ist. Es ist eine besondere Herausforderung, diesen Stimmungsumschwung zu verstehen und wichtige Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung für die Werte der Demokratie zu sensibilisieren.

Die bevorstehenden Veranstaltungen und Diskurse bieten eine Gelegenheit, wie die Mehrheitsgesellschaft zu einer aktiven Rolle im Schutz der Demokratie zurückfinden kann. Die Freiheit ist ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt, auch in herausfordernden Zeiten.