In Zeiten komplexer geopolitischer Entwicklungen benötigen Medien, Politik und Gesellschaft verlässliche Informationen, um adäquat reagieren zu können. Am 24. Februar 2026 kündigte die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) die Einführung eines neuen Expert*innendienstes zum Thema Ukraine an. Dabei sollen rund 40 engagierte Forschende der Viadrina sowie Partner-Einrichtungen ihr Wissen zur Verfügung stellen. Der Dienst, der im Rahmen des Viadrina Center of Polish and Ukrainian Studies (VCPU) ins Leben gerufen wurde, ist darauf ausgelegt, Zugang zu Expertise in Schlüsselbereichen wie Friedens- und Konfliktforschung, Geschichte, Kultur, Politik, Gesellschaft, sowie Recht und Wirtschaft zu bieten. Unterstützung erhält die Initiative von der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung.
Prof. Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast, die das VCPU leitet, betont die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Der Expert*innendienst zielt darauf ab, eine flexible Kommunikationsplattform zu schaffen, die sich über verschiedene Sprachen erstreckt, um der multilingualen Forschungs- und Medienlandschaft gerecht zu werden. Zudem wird besonderer Wert auf die Einbeziehung junger Wissenschaftler*innen gelegt, um frische Perspektiven und innovative Ansätze in die Diskussion einzubringen.
Kooperation und Expertise aus Wien
Die rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien ist ebenfalls aktiv im Bereich der Ukraineforschung. Sie konzentriert sich auf wesentliche rechtliche Aspekte wie das Gewaltverbot, humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte. Fakultätsmitglieder stellen ihre Expertise für Medien zur Verfügung und gestalten Inhalte für verschiedene Formate, von Zeitungsartikeln bis hin zu Interviews.
Einer der bekanntesten Wissenschaftler in diesem Kontext ist Michael Lysander Fremuth, der zu Themen wie Menschenrechten und Völkerrecht häufig Stellung nimmt und dabei wichtige gesellschaftliche Debatten anstösst. So findet beispielsweise am 4. April 2022 ein Interview mit ihm über Gräueltaten in der Ukraine auf orf.at statt. Auch Ursula Kriebaum hat analysierende Beiträge zur Situation veröffentlicht, während Astrid Reisinger Coracini mit mehreren Medien zu den rechtlichen Herausforderungen im Konflikt spricht.
Den Konflikt aus neuen Perspektiven betrachten
Ein weiterer wesentlicher Aspekt in der Diskussion um den Ukrainekrieg ist das interdisziplinäre Projekt „Ein gerechter Frieden für die Ukraine“, das in einer Publikation von Helmut Aust und Cindy Phillip aufgegriffen wird. Die Publikation zielt darauf ab, Bedingungen für die Beendigung von Kriegen zu identifizieren und untersucht, wie verschiedene Vorstellungen vom Frieden die Verhandlungen beeinflussen können. Das Projekt geht der Frage nach, welche Anforderungen an Friedensabkommen formuliert werden müssen, um eine nachhaltige Lösung zu finden.
Die Autoren stellen fest, dass die derzeitigen Verhandlungen mit der russischen Führung in der aktuellen politischen Lage nicht in gutem Glauben beginnen können, was die Herausforderungen weiter verstärkt. Die Diskussion um mögliche Szenarien, Strategien und Optionen für eine friedliche Lösung zeigt eindrucksvoll, dass ein formales Friedensabkommen derzeit in weiter Ferne liegt.
Insgesamt verdeutlicht die Kombination aus den Initiativen der Viadrina und der Universität Wien sowie den interdisziplinären Forschungsansätzen, dass der Zugang zu verschiedenen Perspektiven und Expertisen ein Schlüssel zu möglicher Konfliktbewältigung und Friedensförderung ist. Die aktuelle Lage in der Ukraine bleibt eine komplexe Herausforderung, die sowohl rechtliche als auch humanitäre Dimensionen umfasst und eines kontinuierlichen Dialogs bedarf.
Für weitere Informationen zu den Aktivitäten der Europa-Universität Viadrina besuchen Sie bitte die Webseite: www.europa-uni.de/ukraine.