Das Forschungsvorhaben PATHS2INCLUDE hat sich in den letzten drei Jahren auf die Fahnen geschrieben, soziale Ungleichheiten zu reduzieren und die Integration von benachteiligten Gruppen in den Arbeitsmarkt zu fördern. Initiiert wurde das Projekt unter der Leitung der OsloMet Universität in Norwegen und finanziert durch die Europäische Union mit 2,87 Millionen Euro aus dem Programm Horizon Europe. Ziel ist es, Fachkräftemangel entgegenzuwirken, indem betriebliche Maßnahmen untersucht werden, die den Zugang von benachteiligten Personen zu Arbeitsmärkten verbessern. Dazu forschen sieben Teams aus Europa, darunter die Leibniz Universität Hannover (LUH), geleitet von Prof. Dr. Christian Imdorf. Der Laufzeit des Projekts von 2023 bis 2026 hat die deutsche Teilstudie ein besonderes Augenmerk auf die Integration von Migrantinnen und Migranten im Kontext des Fachkräftemangels gelegt, wie uni-hannover.de berichtet.

Im Rahmen der Forschung werden quantitative Online-Erhebungen sowie qualitative Interviews in Deutschland, Norwegen, Polen und Rumänien durchgeführt. Ein Schwerpunktthema stellt die Bewertung fiktiver Bewerbungsprofile durch Recruiter dar. Das Ziel dieser Untersuchung ist es, Betriebsmerkmale zu bestimmen, die die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung beeinflussen. Erste Ergebnisse für den deutschen Arbeitsmarkt zeigen, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht optimal auf Unternehmensabläufe abgestimmt ist. Firmeneigene Kriterien und Routinen prägen entscheidend die Einstellungsentscheidungen.

Fachkräftemangel und Integrationsherausforderungen

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist ein drängendes Problem, das aus mehreren Faktoren resultiert. Einerseits führt eine alternde Bevölkerung zu einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung, während andererseits demografische Entwicklungen und eine unzureichende Ausbildung von Fachkräften den Bedarf nicht decken. Dies hat zu qualifikatorischen, beruflichen und regionalen „Mismatches“ geführt, die selbst bei allgemeiner Arbeitslosigkeit bestehen können. Branchen wie Gesundheits-, Pflege- und Handwerksberufe sind besonders betroffen, wie auch bpb.de analysiert.

Ein wichtiger Aspekt bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels ist die zunehmende Arbeitsmigration. Zuwanderer aus EU-Staaten haben seit 2005 dank der Arbeitnehmerfreizügigkeit Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Auch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2020 erleichtert Fachkräften aus Drittstaaten den Zugang. Allerdings bleibt die Integration in den Arbeitsmarkt eine Herausforderung. Sprachliche Barrieren und unterschiedliche Erfahrungen mit der Arbeitskultur erschweren es zugewanderten Fachkräften, ihren Platz zu finden. Oft stehen sie in der Konkurrenz zu inländischen Fachkräften, die bevorzugt werden, was ihre Chancen auf eine Anstellung negativ beeinflusst.

Empfehlungen für Arbeitgeber

PATHS2INCLUDE bietet ebenfalls Empfehlungen zur Verbesserung der Integration. Arbeitgeber sollten flexible Einarbeitungsstrategien entwickeln und betriebsinterne Deutschkurse fördern. Eine Vereinheitlichung von Bewertungssystemen kann dazu beitragen, diskriminierende Barrieren zu reduzieren. Zudem ist es ratsam, klare Bewertungskriterien für die Auswahl von Bewerbenden zu formulieren, um Fairness zu gewährleisten. Diversitäts- und Inklusionsmaßnahmen werden nicht nur als ethische Verpflichtung, sondern auch als Wettbewerbsvorteil in Zeiten des Fachkräftemangels wahrgenommen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Insgesamt setzen sich alle Beteiligten dafür ein, durch gezielte Forschungsprozesse die Integration von Migrantinnen und Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt zu verbessern und gleichzeitig die fachliche und soziale Relevanz dieser Menschen zu würdigen. PATHS2INCLUDE steht exemplarisch für den notwendigen Wandel in der Arbeitswelt, um Vielfalt zu fördern und Gleichheit zu gewährleisten.