In der Welt der Sprachwissenschaften gibt es aufregende Neuigkeiten aus Greifswald. Ein internationales Team von Fachleuten hat die erste umfassende Geschichte der färöischen Sprache veröffentlicht. Diese mehrbändige Reihe mit dem Titel „Føroysk málsøga“ wird in fünf Bänden erstellt, von denen der erste kürzlich auf den Färöern erschienen ist. Die Initiative dazu stammt von Prof. Dr. Christer Lindqvist, einem Sprachwissenschaftler an der Universität Greifswald, der darauf abzielt, eine solide Grundlage für die Forschung zur färöischen Sprache zu schaffen. Färöisch, eine kleinere germanische Sprache mit rund 75.000 Muttersprachlern, hat damit zum ersten Mal eine ausführliche Dokumentation seiner Geschichte erhalten.

Die Entstehungsgeschichte und die besonderen Merkmale der färöischen Sprache werden in diesem Projekt umfassend beleuchtet. Auf die Spur der Sprache begibt sich das Werk von den Anfängen im Frühmittelalter bis in die heutige Zeit. Es behandelt Themen wie altnordische Lautentwicklungen, die Vielfalt von Dialekten und die Einflüsse anderer Sprachen. Das Team von 21 Autor*innen bringt dabei Perspektiven aus Färöern, Dänemark, Island, Norwegen, den Niederlanden und Deutschland ein. Ein besonderes Augenmerk wird auf das Zusammenspiel von Sprachwandel, Sprachideologie und gesellschaftlichen Entwicklungen gelegt.

Inhalt der Bände

Der erste Band bietet unter anderem neue Vorschläge zur sprachhistorischen Periodisierung und befasst sich mit der Überlieferungs- und Handschriftenlage des Färöischen. Prof. Dr. Lindqvist hebt hervor, dass die Ergebnisse auf aktuellen Forschungen basieren und neue Einsichten in die Entwicklung des Färöischen bieten. Die Erstellung neuer färöischer Fachbegriffe für bestimmte sprachliche Phänomene ist ebenfalls Teil der Initiative.

Ein nicht unerheblicher Aspekt ist, dass Färöisch offiziell auf den Färöern angewendet wird und auch in Dänemark Anerkennung findet. Die Sprache ist eine Teilmenge der inselnordischen Sprachen und weist sowohl in Grammatik als auch im Wortschatz interessante Merkmale auf, die von verschiedenen Einflüssen geprägt sind, darunter Dänisch, Englisch und Keltisch. Sprachpolitisch hat sich vor allem seit der Gründung des Färöischen Sprachkomitees im Jahr 1985 viel getan, und seit 2013 ist die Organisation unter dem Namen Málráðið bekannt.

Bedeutung für die Forschung

Die fächerübergreifende Ausrichtung des Werkes macht es zu einer wertvollen Ressource für Linguist*innen, Studierende sowie Sprachinteressierte. Mit der Einbeziehung einer breiten Palette an Themen von Dialekten über Fachsprachen bis hin zu computervermittelter Kommunikation wird sichergestellt, dass das Werk auch für die Zukünftigen von Bedeutung bleibt. Die Pläne zur Erstellung der Sprachgeschichte begannen bereits im Jahr 2020.

Dieses Projekt könnte nicht nur zur Schärfung des Bewusstseins für die besonderen Eigenschaften der färöischen Sprache beitragen, sondern auch als grundlegendes Referenzwerk für zukünftige Linguistikstudien dienen. Die umfassende Betrachtung der Farbe und Vielfalt der färöischen Sprache stellt eine wichtige Entwicklung für die Wissenschaft dar und zeigt, dass selbst kleinere Sprachen wie das Färöische eine spannende und vielschichtige Geschichte zu erzählen haben.