Am 10. März 2026 werden die Fair-o-Maten auf dem Campus der Universität Hohenheim für ihre breite Auswahl an fair gehandelten Snacks gefeiert. Die Automaten, die von der Evangelischen Studierendengemeinde Deutschland (ESG) mit dem „Grünen Hahn“ ausgezeichnet wurden, bieten Schokoriegel, Nussriegel, Schokoladentafeln und Kekse an. Besonders während der Klausuren erfreuen sich diese Produkte unter den Studierenden großer Beliebtheit. Das Konzept der Fair-o-Maten wurde vor über zehn Jahren von Studierenden initiiert und ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der nachhaltigen Verpflegungsangebote auf dem Campus geworden. Die nachhaltige Initiative umfasst auch andere Projekte wie den Verkauf von fair gehandelten GEPA-Produkten durch Fair-Bike, das jeden Mittwoch vor der Mensa aktiv ist.

Julia Mittermeier vom Arbeitskreis Nachhaltigkeit (AKN) stellte fest, dass viele Studierende nicht wissen, dass die angebotenen Produkte fair gehandelt sind. Die Automaten müssen in der Regel zweimal pro Semester neu befüllt werden, und die Einnahmen fließen in die Wiederbeschaffung neuer Produkte sowie in soziale Projekte im globalen Süden. Bei der zunehmenden Nachfrage nach fairen Produkten spielt auch die Unterstützung von Ehrenamtlichen, darunter viele internationale Studierende, eine wichtige Rolle.

Nachhaltige Ernährung im Fokus

Eine steigende Sensibilität für die Verringerung von Kinderarbeit im Kakaosektor prägt das Bewusstsein der Verbraucher. Historisch betrachtet war Kinderarbeit insbesondere um das Jahr 2000 weit verbreitet. In Zeiten sinkender Kakaopreise konnten sich viele Bauern keine erwachsenen Arbeitskräfte leisten, was zur Ausbeutung der Kinder führte. Dies ist nicht nur ein Problem in Ghana und Côte d’Ivoire, sondern auch in anderen bedeutenden Kakaoproduktionsländern wie Indonesien, Nigeria und Brasilien. Die ökologischen Herausforderungen des Kakaoanbaus sind ebenfalls alarmierend, da für neue Anbauflächen oft Regenwälder abgeholzt werden, was den Lebensraum vieler Arten gefährdet.

Die Fair-o-Maten und andere Projekte setzen sich intensiv für den fairen Handel ein. Laut OroVerde wird empfohlen, Kakaoprodukte aus fairem Handel zu kaufen, um diesen Missständen entgegenzuwirken. In Deutschland wurden 2023 über 13,6 Kilogramm Schokolade pro Kopf produziert, doch viele der verwendeten Produkte stehen in der öffentlichen Kritik wegen ausbeuterischer Arbeitsbedingungen und umweltschädlicher Anbaumethoden. Das „Fairtrade“-Siegel, das Mindestpreise für Rohstoffe garantiert, ist eine Möglichkeit für Verbraucher, sichere und nachhaltige Produkte zu unterstützen.

Engagement gegen soziale Ungerechtigkeit

Die Fairtrade Labelling Organization International hat Standards entschlossen, um den Produzenten faire Preise zu garantieren, was entscheidend ist, um die Lebensbedingungen der Bauern in den Anbauländern zu verbessern. Eine Fairtrade-Prämie von 240 US-Dollar pro Tonne Kakao wird gezahlt, die in soziale Projekte fließt. Dennoch leben bis zu 56% der Fairtrade-zertifizierten Bauern in Côte d’Ivoire unterhalb der Armutsgrenze, was zeigt, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Das Unternehmen GEPA, das für seine Schokolade fair gehandelten Kakao und Bio-Milch verwendet, setzt nach eigenen Angaben einen „Kakao-Plus-Preis“ von 3.500 US-Dollar pro Tonne Kakao an. Darüber hinaus profitieren die Bauern bei steigendem Weltmarktpreis von zusätzlichen Prämien. Diese gesamten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, eine gerechtere und nachhaltigere Lebensmittelproduktion zu schaffen.

Die Gemeinschaft der Studierenden in Hohenheim spielt eine wichtige Rolle bei dieser Veränderung, indem sie nicht nur konsumiert, sondern auch aktiv in den Prozess des fairen Handels eingebunden ist. Das Engagement für die Unterstützung von sozialen Projekten und fairen Handelspraktiken fördert ein nachhaltiges Bewusstsein auf dem Campus und darüber hinaus.