Bis zum 16. Februar 2026 können Besucher der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Chemnitz eine außergewöhnliche Ausstellung bestaunen. Gezeigt werden maßstabsgetreue Nachbildungen mittelalterlicher Iwein-Fresken, die ursprünglich in der Burg Rodenegg in Südtirol zu finden sind. Diese beeindruckenden Kunstwerke stammen aus einer Zeit, in der die Burg um 1140 errichtet wurde und sie sind dort auch heute noch bewohnt.

Ein besonderer Aspekt der Fresken ist, dass sie als die älteste profane Wandmalerei im deutschsprachigen Raum gelten. Der Freskenzyklus illustriert den berühmten Roman „Iwein“ von Hartmann von Aue, der um das Jahr 1200 verfasst wurde. Auffällig ist, dass der zweite Teil des Romans in den Fresken zu fehlen scheint, was Fragen zur Intention der Auftraggeber aufwirft und zu weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen anregt.

Wissenschaftlicher Kontext und Ausbildung

Die Ausstellung wird durch das Engagement von Dr. Sylvia Jurchen, der Sächsischen Lehrpreisträgerin 2023, möglich gemacht. In Kooperation mit der Universität Bayreuth hat sie die Reproduktionen für Chemnitz gewonnen. Studierende des Bachelorstudiengangs Germanistik nutzen die Fresken zudem zur Vertiefung ihres Textverständnisses und arbeiten aktiv mit dem Roman in ihrem Lehrumfeld.

Die Reproduktionen der Fresken sind im Ausleihbereich der Universitätsbibliothek ausgestellt, die sich in der Straße der Nationen 33 befindet. Ein Highlight des Projekts ist der Gastauftritt von PD Dr. Silvan Wagner. Dieser wird am 30. Januar 2026 um 18:00 Uhr eine Einführung in das Bildprogramm des Iwein-Zimmers geben. Interessierte sind herzlich zu diesem Vortrag eingeladen.

Kontakt und weitere Informationen

Für nähere Informationen zu der Ausstellung und den Veranstaltungen stehen folgende Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung: Professor Dr. Christoph Fasbender ist unter der Telefonnummer +49 (0)371 531-37866 oder per E-Mail unter christoph.fasbender@phil.tu-chemnitz.de zu erreichen.

Dies ist eine einzigartige Gelegenheit, in die Welt der mittelalterlichen Literatur und Kunst einzutauchen und mehr über die Geschichte der Fresken und deren Bedeutung zu erfahren. Die Nachbildungen bieten nicht nur einen visuellen Genuss, sondern auch einen wertvollen Zugang zu den kulturellen Wurzeln des deutschsprachigen Raums.