Am 27. März 2026 um 19:30 Uhr feiert das Stück „LIEBE / Eine argumentative Übung“ von Sivan Ben Yishai seine Premiere im Prinz Regent Theater Bochum. Die Inszenierung unter der Regie von Charlotte Weidinger, die seit April 2023 an der Folkwang Universität der Künste Regie studiert, beleuchtet komplexe Themen wie Wut, Selbstzerfleischung und sexuelle Sehnsüchte im Kontext des Patriarchats. Dabei kämpft die Protagonistin Olivia Öl, eine 40-jährige Feministin und Autorin, mit ihrer unglücklichen Beziehung zu Sailorboy.

In ihrem Werk schafft Ben Yishai eine kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die Frauen in patriarchalen Strukturen begegnen. Die Rolle der Frauen auf der Bühne wird zunehmend relevanter und zeigt sich nicht zuletzt in aktuellen Diskussionen über feministische Adaptionen im Schauspiel und Musiktheater, die das Missverhältnis der Geschlechter thematisieren. Die Berliner Regisseurin Anna Weber setzt sich beispielsweise für eine stärkere Sichtbarkeit weiblicher Figuren ein, um stereotypes Denken zu hinterfragen und zu überwinden, wie in der Folge 9 von „Schwerpunkt Theater“ thematisiert wird.

Einblicke in die Inszenierung

Die Inszenierung von „LIEBE“ ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Prinz Regent Theater Bochum und der Folkwang Universität. Die Ausstattung stammt von Anita Ackva, und das Ensemble besteht aus talentierten Studierenden, darunter Rosa Hilscher, Minna John, Lilith Kraus, Marlene Witzigmann und Bettina Engelhardt. Das Ticketangebot folgt dem Prinzip „pay-what-you-want“, was eine breite Zugänglichkeit fördert.

Charlotte Weidinger, Jahrgang 1996, hat bereits Erfahrung in klassischer Musik und bildender Kunst. Ihre vorherigen Arbeiten umfassten Produktionen wie „Gespenster“ und „Warten auf [Peer Gynt]“. Die Themen, die sie in ihren Inszenierungen behandelt, spiegeln wider, wie zeitgenössisches Theater auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Sivan Ben Yishai, bekannt für ihre feministischen Überschreibungen, stellt in ihren Arbeiten häufig die Geschlechterrollen auf den Prüfstand, was sowohl in ihrem Stück als auch in der Arbeit von Weidinger zum Tragen kommt.

Gesellschaftlicher Kontext

Das Interesse an genderkritischen Diskursen erstreckt sich über das Theater hinaus und reicht in die Literatur und Wissenschaft. Der Sammelband „Patrix. Patriarchale Systematik und ihre Verdinglichung“, herausgegeben von Tina Hartmann und Elena Köstner, etwa, untersucht, wie Geschlechterstereotypisierungen sowohl im Design als auch in der Wissenschaft verankert sind. Der Band beleuchtet, wie patriarchale Strukturen in der Gesellschaft manifestiert werden und bietet Anregungen zur Reflexion über deren Auswirkungen auf das Leben von Frauen.

Feministische Diskurse, die durch Publikationen wie diese und Bühneninszenierungen angestoßen werden, zeigen die fortschreitende Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und den anhaltenden Kampf um Gleichheit. Der Sammelband enthält Beiträge, die die Diskrepanzen in der Wahrnehmung von Männern und Frauen sowie die politische Dimension von Design beleuchten. Insbesondere wird die Rolle von Frauen in der Gesellschaft und wie patriarchale Werte weiterhin wirken, kritisch hinterfragt.

Tickets für die Vorstellung können telefonisch unter 0234 771117, per E-Mail an info(at)prinzregenttheater.de oder online über www.prinzregenttheater.de erworben werden.