Vom 16. bis 20. März 2026 fand an der Universität Viadrina die Feministische Spring School statt. In dieser fünftägigen Veranstaltung, die vom Hugo Sinzheimer Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Hans-Böckler-Stiftung sowie dem Center for Interdisciplinary Labour Law Studies der Viadrina und der Universität Kassel organisiert wurde, nahmen 25 Studierende teil. Die Teilnehmenden beschäftigten sich intensiv mit Themen rund um das Arbeits- und Sozialrecht und deren Verbindungen zu Geschlechterfragen.
Zu den Kernthemen der Spring School gehörten die ungleiche Verteilung von Care-Aufgaben, ungleiche Bezahlung und die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch diskriminierende Praktiken wie Belästigung, Gewalt und die geringe Repräsentanz von Frauen sowie anderen marginalisierten Gruppen in Führungspositionen wurden eingehend diskutiert. Der rechtliche Umgang mit geschlechtsbezogenen Stereotypen im Antidiskriminierungsrecht bildete einen Schwerpunkt, wobei relevante Fallbeispiele behandelt wurden.
Vertiefende Diskussionen und Vortrag
Ein besonders bemerkenswerter Vortrag von Soraia Da Costa Batista beleuchtete strategische Gerichtsverfahren im Diskriminierungsschutz. Während der Veranstaltung wurden außerdem die Pflichten von Arbeitgebern gegenüber schwangeren und stillenden Beschäftigten sowie die Forderung nach gleicher Entlohnung für gleiche Arbeit behandelt. Ziel war es, Zugang zu rechtlichem Schutz zu diskutieren und die Rechtsdurchsetzung in diesen Bereichen zu fördern.
Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, sich auch mit dem Thema der sozialen Rechte für ausländische Pflegekräfte und Beschäftigte in der Lieferdienstbranche zu beschäftigen. Das Beispiel der Krankenhausbewegung verdeutlichte, wie kollektive Organisationen Rechte erfolgreich durchsetzen können. Ein weiterer Höhepunkt war die Podiumsdiskussion, die sich mit den Herausforderungen durch antifeministische Akteure auseinandersetzte.
Die Veranstaltung bot zugleich Raum für Reflexion über feministische Perspektiven an Hochschulen. Unter den Referentinnen waren Inken Gallner, Präsidentin des Bundesarbeitsgerichts, und Anja Weusthoff vom DGB-Bundesvorstand. Zusätzliche Aktivitäten wie ein Spaziergang durch die Doppelstadt und ein Kamingespräch mit Dr. Marina Grasse ermöglichten den Teilnehmenden, sich zu vernetzen und verschiedene Perspektiven auszutauschen.
Ziel und Ausblick
Die Feministische Spring School verfolgte das Ziel, interdisziplinäre Perspektiven zu verbinden und Kompetenzen in der rechtlichen Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen zu fördern. Die Veranstalter wiesen daraufhin, dass eine dritte Auflage der Spring School für 2028 geplant ist, was den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Themas unterstreicht. Dieser Austausch ist besonders relevant in einer Zeit, in der feministische Themen in der Gesellschaft zunehmend in den Fokus geraten.