
Am 1. April 2025 wird in Mannheim ein besonderes Event zur finanziellen Bildung stattfinden, das von der renommierten Wirtschaftspädagogin Prof. Dr. Carmela Aprea von der Universität Mannheim geleitet wird. Unter dem Titel „Wissensdurst“ zielt die Veranstaltung darauf ab, die Bevölkerung frühzeitig für finanzielle Absicherung zu sensibilisieren. Aprea betont die Wichtigkeit von Informationen und Fachvokabular im Finanzbereich, um den Menschen den Zugang zu finanziellen Themen zu erleichtern. Der Impulsvortrag wird etwa 10 Minuten in Anspruch nehmen, gefolgt von einer offenen Diskussion, in der die Besucher*innen Fragen stellen können. Die Veranstaltung findet in der Odeon Bar (G7, 10) um 19 Uhr statt und der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.
Dies ist ein Schritt, der im Einklang mit der Initiative von Bundesfinanzminister Christian Lindner und Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger steht, die die finanzielle Bildung in Deutschland fördern möchten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 93 Prozent der Befragten die Bedeutung von Finanzbildung in Schulen für wichtig oder sehr wichtig erachten. Dennoch betont Finanzcoachin Leonie Rudolf, dass es an konkreten Bildungsangeboten zu Finanzthemen fehlt. Der Mangel an systematischen Programmen wird als eine der größten Hürden angesehen, um die finanzielle Kompetenz in der Bevölkerung zu erhöhen. Dies wird auch durch die Kritik des Erziehungswissenschaftlers Thomas Höhne untermauert, der die Unabhängigkeit und Systematik der Angebote in Frage stellt.
Die Rolle der Initiativen und Investitionen
Im Jahr 2023 investierten etwa 12,3 Millionen Menschen in Deutschland in Aktien, Aktienfonds und ETFs, was einen signifikanten Anstieg an Aktionären zeigt. Besonders unter den unter 30-Jährigen ist dieses Interesse deutlich gewachsen, teils gefördert durch Finanz-Influencer und Neobroker-Apps. Dieses jüngere Publikum scheint besonders aufgeschlossen für Finanzbildung zu sein, was die Relevanz von Veranstaltungen wie denen von Aprea weiter unterstreicht. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben die „Initiative Finanzielle Bildung“ ins Leben gerufen. Diese sieht vor, jährlich neun Millionen Euro für Werbung, Tagungen und Veranstaltungen zur Finanzbildung auszugeben.
Die Initiative fokussiert sich auf fünf Schwerpunkte, die von der OECD ausgewählt wurden: langfristiges Sparen, Teilnahme an Finanzmärkten, Haushaltsführung, digitale Finanzkompetenz und nachhaltige Finanzprodukte. Diese Themen sind essenziell, um Chancengleichheit zu schaffen und die finanzielle Kompetenz der Bevölkerung insgesamt zu stärken. Trotz dieser positiven Ansätze bleibt jedoch die Herausforderung bestehen, dass Bildung in Deutschland Ländersache ist, was bedeutet, dass die Kultusministerien der Länder bei der Umsetzung und Planung dieser Initiativen oft nicht an einem Strang ziehen.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Sensibilisierung für finanzielle Bildung und deren Implementierung in die Schullandschaft unverzichtbar sind. Die bevorstehenden Veranstaltungen und Initiativen könnten der Schlüssel zu einem informierteren und finanziell sichereren Publikum sein, wobei der Erfolg letztendlich von der Qualität der Bildungsangebote sowie der Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungsträger abhängen wird. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Thema finden Sie auf der Universität Mannheim und dem Deutschlandfunk.