Der 4. März 2026 markiert einen bedeutenden Tag für die Technische Universität Braunschweig. Ab November 2025 wird Prof. Thomas M. Koller die Position des Universitätsprofessors sowie Leiters des Instituts für Thermodynamik übernehmen. Mit seinen Forschungsschwerpunkten, die den Transport von Energie, Stoff und Impuls in der Energie- und Verfahrenstechnik betreffen, wird er eine Schlüsselrolle in der Weiterentwicklung dieser Disziplin spielen. Besonders seine Arbeiten zu flüssigen Grenzflächen sind revolutionär, da sie einen fast unerschlossenen Bereich im thermodynamischen Kontext beleuchten.

Die Wahl für die TU Braunschweig fiel nicht ohne Grund. Koller beschreibt das interdisziplinäre und dynamische Umfeld der Universität als äußerst attraktiv. Die angebotenen Möglichkeiten zur Verknüpfung von Forschung und Lehre tragen dazu bei, die Relevanz seiner Projekte zu steigern. Ein zentrales Ziel seiner Arbeit ist die thermodynamische Charakterisierung komplexer Stoffsysteme, wie zum Beispiel Batterien, Brennstoffzellen und Wärmepumpen.

Forschungsfokus und Zielsetzung

Im Mittelpunkt von Kollers Forschung steht das Verständnis der Materialeigenschaften sowie der Transport- und Grenzflächeneigenschaften. Diese reichen von der molekularen Ebene bis hin zur Modellbildung und umfassen auch moderne Mess- und Simulationsmethoden. Ziel ist es, wesentliche Transportgrößen wie Wärmeleitfähigkeit und Viskosität zu bestimmen. Darüber hinaus sollen Grenzflächeneigenschaften wie Grenzflächenspannung und Benetzung präzise erfasst werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Effizienzsteigerung von Anlagen. Koller möchte durch seine Forschung fehldimensionierte Anlagen vermeiden, was nicht nur Kosten spart, sondern auch zur Entwicklung nachhaltiger, ressourcenschonender Prozesse beiträgt. Die Relevanz seiner Arbeit gewinnt in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung.

Interdisziplinäre Ansätze und zukünftige Projekte

Einige seiner Projekte, die an der TU Braunschweig initiiert werden, beziehen sich auf Transportprozesse und Grenzflächen. Diese Vorhaben sind teilweise resultierend aus vorherigen Arbeiten an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Koller plant interdisziplinäre Kooperationen mit der Fakultät für Maschinenbau. Besonders in den Bereichen Wärme- und Stoffübertragung, pharmaceutische Lösungen und Mikrofluidik sieht er großes Potenzial für gemeinsame Projekte.

Durch die Verbindung der Disziplinen Chemie, Physik, Biologie und Ingenieurwissenschaften strebt Koller innovative Lösungen an, die sowohl theoretische als auch praktische Aspekte berücksichtigen. Im Arbeitsalltag beschreibt er seine Vorgehensweise mit den Schlagworten: Besprechen, Entscheiden, Anpacken.

Berufspraktikum im Masterstudiengang

Das Praktikum gewährt Einblicke in die Arbeitswelt aus Ingenieurperspektive und ermöglicht die Anwendung der an der Hochschule erworbenen Fach- und Methodenkenntnisse in der Industrie. Zu den Tätigkeitsbereichen während des Praktikums zählen unter anderem:

  • Planung und Projektmanagement
  • Konstruktion und Auslegung
  • Forschung und Entwicklung
  • Durchführung und Auswertung von Versuchen
  • Betrieb und Optimierung von Anlagen
  • Modellierung und Simulation
  • Qualitätssicherung
  • Analyse betrieblicher Abläufe

In Anbetracht der Entwicklungen an den beiden Universitäten steht fest, dass sowohl Forschung als auch Lehre in den Ingenieurwissenschaften einen Schritt in Richtung Zukunft machen. Es bleibt spannend, wie sich die Projekte und Kooperationen in den kommenden Jahren weiter entfalten werden.