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Eierstockkrebs, medizinisch als Ovarialkarzinom bekannt, stellt nach Brustkrebs die zweithäufigste gynäkologische Krebsform in Deutschland dar. Jährlich erkranken etwa 7.000 Frauen neu an dieser aggressiven Tumorart. Trotz eines Rückgangs der Neuerkrankungen in den letzten zwei Jahrzehnten bleibt die Mortalitätsrate hoch, was insbesondere auf spät auftretende Symptome zurückgeführt wird. Eierstockkrebs hat die höchste Sterblichkeit unter gynäkologischen Tumoren, und die fünfjährige Überlebensrate liegt derzeit bei lediglich 40 Prozent, wie uni-kiel.de berichtet.

Als Standardtherapie wird in der Regel die chirurgische Entfernung des Tumors gefolgt von einer platinbasierten Chemotherapie eingesetzt. Allerdings entwickeln rund zwei Drittel der Patientinnen Resistenzen gegen diese Chemotherapie, was häufig zu Rückfällen führt. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, erforscht ein Team an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) die Mechanismen der Chemoresistenz unter der Leitung von Dr. Nina Hedemann. Ihre Arbeit wird mit 500.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

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Forschung zur Chemoresistenz

Das Projekt trägt den Titel „Präzisionsmedizin bei Eierstockkrebs – Vorhersage der Platinempfindlichkeit mittels eines ADAM17-Substrat-Panels“. Ein zentrales Forschungselement ist ADAM17, eine Metalloprotease, die eine Schlüsselrolle in der Zellproliferation spielt und die Tumor- sowie Metastasenbildung beeinflussen kann. In Chemotherapie-resistenten Zellen zeigt sich eine erhöhte Aktivität von ADAM17 im Vergleich zu sensiblen Zellen. dies ist ein vielversprechender Ansatz, um neue Therapieansätze zu identifizieren und zelluläre Rezeptoren zu ermitteln, die durch ADAM17-Substrate aktiviert werden.

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Das Projekt zielt darauf ab, ein ADAM17-Substratpanel zu erstellen, um die intrazellulären Signalwege zu identifizieren, die mit Chemoresistenz in Verbindung stehen. Die Validierung der Erkenntnisse erfolgt sowohl experimentell an Zellkulturen als auch klinisch durch Gewebeproben und Blutentnahmen. Dies könnte potenziell zu einer Verbesserung der Diagnose und Therapie von Eierstockkrebs führen, wie auch uni-heute.de anmerkt.

Innovative Therapien in der Entwicklung

Ein weiterer interessanter Aspekt in der Forschung zu Eierstockkrebs betrifft den niedriggradigen serösen Eierstockkrebs (LGSC), der häufig Frauen unter 40 Jahren betrifft. Diese Krebsart wächst zunächst langsam und kann anfangs gutartig erscheinen. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass sie in eine invasive Form übergeht und klassische Chemotherapien gegen diese invasive Form oft unwirksam sind. Ein internationales Forschungsteam hat den Übergang von gutartig zu bösartig untersucht, wobei entscheidende Signalwege identifiziert wurden, die während dieses Prozesses verändert werden. Diese Ergebnisse könnten, so smartup-news.de, in die Entwicklung neuer Therapien münden.

Eine kombinierte Therapie mit Milciclib, einem Wirkstoff, der das Zellwachstum hemmt, und Mirvetuximab, der gezielt Krebszellen angreift, zeigte in tierexperimentellen Modellen vielversprechende Ergebnisse, indem sie die Tumorlast deutlich reduzierte. Insgesamt wurden 16 mögliche Angriffspunkte für zukünftige Medikamente identifiziert, wobei NOVA2, ein Protein, das ausschließlich in bösartigen Tumoren vorkommt, als potenzieller Marker für präzisere Diagnostik und frühzeitige Rückfall-Erkennung dienen könnte.

Die Fortschritte in der Forschung am Ovarialkarzinom könnten somit einen bedeutenden Einfluss auf die Lebensqualität und die Überlebensraten der betroffenen Patientinnen haben, indem innovative Therapieansätze und präzisionsmedizinische Methoden entwickelt werden.