Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit gleich zwei „Proof of Concept“-Zuschüssen gefördert, um Grundlagenforschung in konkrete Anwendungen zu überführen. Die beiden Projekte, die jeweils über 150.000 Euro für die kommenden 18 Monate verfügen, stehen unter der Leitung von Dr. Frank Biedermann und Professor Christian Greiner.

Dr. Biedermann, der am Institut für Organische Chemie des KIT tätig ist, hat die Förderung mit seinem Antrag „SupraPlate“ erhalten. Das Ziel seines Projektes ist die Entwicklung kleiner Sensorplatten, die in der Medizindiagnostik eingesetzt werden sollen. Diese Sensoren sind in der Lage, mehrere bioaktive Moleküle gleichzeitig nachzuweisen, die entscheidende Hinweise auf Erkrankungen bei Menschen oder sogar Pflanzen liefern können. Bisher erfolgt der Nachweis dieser Moleküle nur mit komplexen Laborgeräten, was den Einsatz in der Praxis erschwert. Mit den neuen Sensorplatten könnte diese Herausforderung überwunden werden.

Innovative Materialentwicklung

Die zweite Förderzusage ging an Professor Christian Greiner vom Institut für Angewandte Materialien des KIT. Sein Projekt mit dem Titel SOAR konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Materialien für Wälzlager. Diese sind in vielen Bereichen, wie Maschinenbau und Medizintechnik, von großer Bedeutung, da sie Reibung verringern und somit die Effizienz von Maschinen erhöhen. Greiner plant, kupferbasierte Legierungen zu entwickeln, die von Natur aus gegen Reibung und Verschleiß resistent sind.

Diese Förderung ermöglicht es den beiden Forschenden, langjährige Forschungsansätze fortzuführen. Professor Greiner hatte bereits 2017 einen ERC Consolidator Grant zur Untersuchung des Reibungsverhaltens bei Metallen erhalten, während Dr. Biedermann im Jahr 2022 einen solchen Grant für seine Forschung zu Biosensoren erhielt.

Die Aktivitäten des KIT stehen stellvertretend für den aktuellen Trend, akademische Forschung stärker mit praktischen Anwendungen zu verknüpfen. Die ERC-Förderung trägt nicht nur zu einer Steigerung der wissenschaftlichen Exzellenz bei, sondern auch zur Verbesserung der Lebensqualität durch innovative Technologien.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte die vollständigen Berichte auf KIT.