Am 29. Januar 2026 wurden im Marburger Landgrafenschloss die Förderurkunden für acht innovative Forschungsprojekte überreicht, die von der Von Behring-Röntgen-Stiftung unterstützt werden. Die Stiftung stellt insgesamt etwa 1,9 Millionen Euro zur Verfügung, um wissenschaftliche Arbeiten in Gießen und Marburg zu fördern, die sich mit den molekularen Ursachen schwerer Erkrankungen sowie neuen diagnostischen und therapeutischen Ansätzen beschäftigen. Die Stiftung wurde am 8. September 2006 gegründet und hat seither rund 28 Millionen Euro für fast 160 Projekte bewilligt. Ihr Ziel ist es, neue Perspektiven für die Hochschulmedizin in diesen beiden Städten zu entwickeln, wie uni-marburg.de berichtet.
Die Auswahl der geförderten Projekte erfolgte durch einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat, der über 30 Anträge geprüft hat. Vier der Projekte stammen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, während die anderen vier als standortübergreifende Gemeinschaftsprojekte ausgewählt wurden. Jedes Projekt hat eine Laufzeit von bis zu drei Jahren, was den Forschern die Möglichkeit gibt, vertiefte Studien und Analysen durchzuführen.
Einblicke in die geförderten Projekte
Die Projekte decken ein breites Spektrum ab und adressieren unter anderem folgende Themen:
- Makrophagen als Treiber des Lungenkrebses (Marburg/Gießen)
Projektleiter: Prof. Dr. Rajkumar Savai (Gießen), Prof. Dr. Jörg-Walter Bartsch (Marburg)
Ziel: Untersuchung des Enzyms ADAM8 als diagnostischen Marker und therapeutischen Ansatz.
Förderung: 299.097 Euro. - Energiestoffwechsel von Immunzellen im Lungenkrebs (Gießen)
Projektleiterin: Dr. Annika Karger (Gießen)
Ziel: Einfluss des Energiestoffwechsels von Makrophagen auf deren Verhalten im Tumorgewebe.
Förderung: 199.734 Euro. - Epigenetische Regulation bei Leukämie (Gießen)
Projektleiterin: Dr. Francesca Ferrante (Gießen)
Ziel: Untersuchung eines epigenetischen Regulators und Verbesserung bestehender Chemotherapien.
Förderung: 198.820 Euro. - Funktionelle Analyse von TP53-Mutationen (Marburg)
Projektleiterin: Dr. Julianne Funk (Marburg)
Ziel: Analyse von TP53-Varianten und deren Einfluss auf Tumorwachstum und Therapieansprechen.
Förderung: 199.615 Euro. - Genetische Ursachen des plötzlichen Herztods (Marburg/Gießen)
Projektleiter: Prof. Dr. Niels Decher (Marburg), Prof. Dr. Samuel Sossalla (Gießen), Prof. Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke (Würzburg)
Ziel: Identifikation genetischer Risikofaktoren für plötzlichen Herztod.
Förderung: 299.297 Euro. - Mechanismen der Nipah-Virus-Infektion im Gehirn (Marburg)
Projektleiterin: Dr. Alexandra Kupke (Marburg)
Ziel: Untersuchung der Virusausbreitung und Gewebeschädigung im Gehirn.
Förderung: 198.120 Euro. - Wechselwirkungen von Hepatitis B und Fettlebererkrankung (Marburg/Gießen)
Projektleiter: Prof. Dr. Elke Roeb (Gießen), Prof. Dr. Alexander Visekruna (Marburg)
Ziel: Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Hepatitis B und Fettlebererkrankung.
Förderung: 290.355 Euro. - Frühgeburt und langfristige Lungenschäden (Marburg/Gießen)
Projektleiterin: Dr. Maria Camila Melo-Narvaez (Marburg), Dr. Dharmesh Hirani (Gießen)
Ziel: Untersuchung der Auswirkungen früher Zellveränderungen auf die Lungenentwicklung.
Förderung: 227.308 Euro.
Diese Projekte versprechen wertvolle Erkenntnisse zur Behandlung und Diagnose schwerer Erkrankungen und könnten die medizinische Forschung signifikant voranbringen.
Fazit
Die Von Behring-Röntgen-Stiftung setzt mit ihrer finanzielle Unterstützung von 1,9 Millionen Euro ein starkes Signal für die medizinische Forschung in Gießen und Marburg. Durch die Förderung innovativer Ansätze zur Erforschung komplexer Krankheitsmechanismen könnten neue therapeutische Optionen entwickelt werden. Diese Initiative zeigt, wie wichtig solche Stiftungen für die Zukunft der Hochschulmedizin sind.