Am 15. Februar 2026 wurde Dr. Corinna Tomberger zur Sprecherin der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Hochschulen (LakoF) gewählt. Sie wird das Amt gemeinsam mit Susanne Plaumann von der Berliner Hochschule für Technik bekleiden. Nina Lawrenz von der Alice Salomon Hochschule Berlin wurde zur stellvertretenden LakoF-Sprecherin gewählt. LakoF ist ein landesweites Netzwerk, das die Koordination und Zusammenarbeit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Hochschulen und der Universitätsmedizin Charité fördert.

Ein zentrales Anliegen der LakoF ist die hochschulübergreifende Zusammenarbeit zu Gleichstellungsfragen. In ihrer neuen Rolle betont Dr. Tomberger die Notwendigkeit, die Hochschulverträge auch unter den Bedingungen massiver Kürzungen im Wissenschaftsbereich zu begleiten und umzusetzen. Sie strebt an, das erreichte Niveau der Gleichstellung zu sichern und die Chancengerechtigkeit sowie Antidiskriminierung aktiv voranzutreiben.

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Regelungen zur Chancengleichheit

Im Februar 2024 fand die Verabschiedung einer neuen Satzung an der Freien Universität Berlin zur Sicherung und Förderung der Chancengleichheit aller Geschlechter statt. Diese Satzung erfüllt die Vorgaben des novellierten Berliner Hochschulgesetzes (§ 5c BerlHG) und ersetzt die seit 1993 geltenden Frauenförderrichtlinien. Die Satzung unterstreicht die „Chancengleichheit aller Geschlechter“ und bezieht ein breites Verständnis von Geschlecht ein.

Ein zentrales Element ist die Frauenförderung, die weiterhin hervorgehoben wird. Alle Stellenausschreibungen müssen den Zusatz „(w/m/d)“ enthalten, um die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen. Die Freie Universität fordert zudem Frauen und Personen mit Migrationsgeschichte auf, sich zu bewerben, wenn diese unterrepräsentiert sind. Zudem werden Gremien angehalten, ihre Sitzungen grundsätzlich bis 16:00 Uhr anzusetzen, um einen besseren Zugang für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Herausforderungen in der Wissenschaft

Der Frauenanteil an den Hochschulen in Deutschland zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Obwohl Frauen mit 46% unter den Doktorandinnen gut vertreten sind, sinkt ihr Anteil mit steigender akademischer Karriereleiter drastisch: 36% Habilitandinnen und nur 29% Professorinnen sind alarmierende Zahlen, die den sogenannten „Leaky Pipeline“-Effekt verdeutlichen. Diese Problematik wird aktiv von der Bundesregierung adressiert, wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) anführt.

Ein zentrales Instrument zur Förderung der Gleichstellung in Hochschulen ist das Professorinnenprogramm, dessen vierte Phase 2023 mit einer Förderhöhe von 320 Millionen Euro bis 2030 gestartet wurde. Das Programm zielt darauf ab, in den verschiedenen Karrierestufen der akademischen Laufbahn eine gleichmäßige Vertretung von Frauen zu gewährleisten, was durch das Kaskadenmodell festgelegt ist, das eine Mindestanzahl an Frauen auf jeder Karrierestufe vorschreibt.

Zusätzlich engagiert sich das BMFTR in der Initiative „Vielfalt verbindet“, die bis 2024 läuft und Chancengerechtigkeit sowie Vielfalt fördern soll. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Genderfragen nicht nur innerhalb der Hochschulen, sondern auch in der Forschung umfassend behandelt werden, um besseren Lebensstandard und Innovationen zu erreichen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Gleichstellung und Chancengleichheit an den Hochschulen sind nicht nur von lokalem, sondern auch von nationalem Relevanz. Wie die Berichte belegen, bleibt der Weg zur Gleichstellung in der Wissenschaft eine kontinuierliche Herausforderung, die es zu bewältigen gilt.