Die „Women for Justice Organization“, eine von Frauen geleitete Initiative in Afghanistan, spielt eine entscheidende Rolle im Kampf für die Rechte von Frauen im Land. Wegen der drastischen Verschlechterung der Lebensbedingungen für Frauen seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021, bietet die Organisation Beratungszentren für Frauen an, die von Gewalt betroffen sind. Diese Zentren helfen dabei, Traumata zu verarbeiten und die psychische Stabilität der Frauen zu fördern, indem sie unter anderem Begleitungen zu medizinischen Behandlungen anbieten. Humaira Rasuli, eine der Gründerinnen, lebt zwar im Exil, bleibt jedoch eng mit ihrem Team in Afghanistan verbunden und setzt sich international dafür ein, die Situation der Frauen und Mädchen in ihrem Heimatland sichtbar zu machen. Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des Arbeitskreises Shalom, lobt Rasulis Mut und Engagement in dieser kritischen Situation.

Angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan, in der Frauen kaum Zugang zu grundlegenden Rechten und Freiheiten haben, ist die Arbeit der „Women for Justice Organization“ umso wichtiger. Seit dem Inkrafttreten des „Tugendgesetzes“ müssen Frauen Vollverschleierung tragen und dürfen ihr Haus nur in Begleitung eines männlichen Verwandten verlassen. Der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung ist stark eingeschränkt, was eine alarmierende Zunahme an Mütter- und Kindersterblichkeit zur Folge hat. Berichte des BAMF belegen die systematische Entrechtung und das Ausmaß der Gewalt, dem Frauen ausgesetzt sind. Die Schließung von Institutionen wie Frauenhäusern und des Frauenministeriums verschärft die Lage zusätzlich, da gewaltbetroffene Frauen kaum noch Unterstützung finden können.

Unterstützung durch den Shalompreis

In einem kraftvollen Zeichen der Solidarität wurde der Shalompreis 2026 an das Friedensprojekt „Casa Social Cultural y Memoria“ in Kolumbien verliehen. Der Preis ist einer der höchsten Menschenrechtspreise in Deutschland und wurde in diesem Jahr mit 32.000 Euro dotiert. Diese Summe kommt der Förderung von Friedensbildung und dem Schutz von Jugendlichen und Frauen in einer von Gewalt geprägten Region zugute. Die Casa fördert nicht nur Workshops und Begegnungsräume, sondern plant auch kulturelle Aktivitäten wie Radioprogramme und Fotoausstellungen, um die Rolle von Hebammen und die kulturelle Identität der afrokolumbianischen Bevölkerung sichtbar zu machen. Diese Initiativen sind von großer Bedeutung für die Gemeinschaft, die unter sozialer Isolation und Gewalt leidet.

Ein Sprecher der Casa drückte seine Dankbarkeit für die Unterstützung aus, die die Organisation stärkt. Die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder ist darauf ausgelegt, über kulturelle Identität und die Unterstützung für Frauen zu sprechen und gemeinsam an der Bewältigung von Traumata zu arbeiten.

Die Verbindung zwischen den Herausforderungen in Afghanistan und den Initiativen in Kolumbien ist unübersehbar. Beide Regionen kämpfen mit den Folgen von Gewalt und Unterdrückung, und Projekte wie die „Women for Justice Organization“ und „Casa Social Cultural y Memoria“ setzen sich unermüdlich für eine bessere Zukunft ein. während die internationale Gemeinschaft gefordert ist, Solidarität zu zeigen und die Sichtbarkeit dieser Themen zu erhöhen.