Am 11. Februar feierte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) anlässlich des Internationalen Tags der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft ihre #WomenInScience. Dies ist ein bedeutendes Ereignis, das auf die Herausforderungen und Erfolge von Frauen in der Wissenschaft aufmerksam macht. Die Veranstaltung umfasste eine umfassende Social-Media-Kampagne, die in den Plattformen LinkedIn und Instagram durchgeführt wurde, sowie eine Vortragsreihe und eine Ausstellung.

Dr. Iris Werner, die Gleichstellungsbeauftragte der CAU, hob die Wichtigkeit der Sichtbarkeit weiblicher Beiträge zur Wissenschaft hervor. Diese Kampagne richtet sich gezielt an Doktorandinnen, promovierte Wissenschaftlerinnen und Professorinnen, um deren Erfolge und Herausforderungen zu beleuchten.

Frauenanteil in der Wissenschaft

An der Universität Kiel sind 55 Prozent der Studierenden weiblich, während die Absolventinnenquote bei 58 Prozent liegt. Jedoch zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Der Frauenanteil sinkt mit steigender Qualifikation. Bei den Promotionen liegt der Frauenanteil nur bei knapp 48 Prozent und im wissenschaftlichen Personal sind es rund 44 Prozent. Am kritischsten ist die Situation in der Professur: Nur etwa 31 Prozent der Professuren an der CAU sind von Frauen besetzt. Dieser Anteil hat sich seit 2010, als er nur 14 Prozent betrug, jedoch mehr als verdoppelt.

Statistiken der Leibniz Universität Hannover zeigen, dass auch hier der Frauenanteil in der Wissenschaft hinter den Erwartungen zurückbleibt. So sind nur 32 Prozent der Promovierenden Frauen, und der Anteil der Frauen in Professuren beträgt nur 27 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, den Zugang zu wissenschaftlichen Karrieremöglichkeiten für Frauen zu verbessern und zu fördern. Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft, der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, zielt genau darauf ab.

Initiativen und Fördermittel

Um die Gleichstellung in der Wissenschaft voranzubringen, gibt es zahlreiche Initiativen, die an der Verbesserung der Verhältnisse arbeiten. Die GEW fordert beispielsweise flexiblere Karrieremöglichkeiten und eine verbindliche Quotierung zur Geschlechtergerechtigkeit in allen Karrierestufen, die mit Sanktionen belegt werden sollte. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ als Leitfaden für Gleichstellungsmaßnahmen entwickelt.

Dr. Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, sieht ein gesellschaftliches Umdenken als Schlüssel zur Geschlechtergerechtigkeit und fordert eine gezielte Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Daneben gibt es zahlreiche Förderprogramme, Stipendien und Initiativen, die darauf abzielen, die Rahmenbedingungen für Wissenschaftlerinnen zu verbessern, wie auf der Plattform academics zusammengefasst.

Die Feierlichkeiten an der CAU beinhalten auch einen Frauen-Vortragsmarathon, der am 6. März im Audimax beginnt und der seit 2022 mit wachsender Teilnehmerzahl durchgeführt wird. Diese Veranstaltungen sind ein Schritt in Richtung der Überwindung der als „gläserne Decke“ bezeichneten Barriere, die Frauen den Zugang zu höheren akademischen Positionen erschwert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft nicht nur eine Feier, sondern auch ein wichtiger Anlass ist, auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, mit denen Frauen in der Wissenschaft konfrontiert sind. Durch Initiativen und Veranstaltungen wie die an der CAU wird versucht, den weiblichen Anteil in der Wissenschaft sichtbar zu fördern und Erfolge zu würdigen.