In einer klaren Stellungnahme hat die Freie Universität Berlin heute, am 15. Februar 2026, entschieden, Boykottaufrufen gegen israelische Wissenschaftler*innen und -einrichtungen keine Unterstützung zu gewähren. Diese Entscheidung kommt in einem zunehmend polarisierten akademischen und politischen Klima, das durch die Debatten über Antisemitismus und die Rolle von Wissenschaft in Krisenzeiten geprägt ist.
Die Hochschule bezieht sich ausdrücklich auf die Resolution der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit dem Titel „Zur aktuellen Antisemitismusdebatte im Bundestag“, die am 19. November 2024 verabschiedet wurde. In dieser Resolution wird die Zusammenarbeit mit israelischen Instituten als essenzieller Bestandteil der wissenschaftlichen Integrität und des interkulturellen Dialogs hervorgehoben.
Wissenschaftsautonomie und Diskurskultur
Die Freie Universität Berlin betont, dass ihr Engagement für Forschung, Bildung und Austausch im Einklang mit ihren Werten steht. Dies umfasst insbesondere die Förderung von akademischer Freiheit und einer offenen Diskurskultur. Die Einrichtung unterstreicht, dass sie den Dialog mit israelischen Institutionen als eine Möglichkeit sieht, zur Verständigung zwischen verschiedenen Gesellschaften beizutragen.
Die langjährige Partnerschaft der Freien Universität mit israelischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Diese Beziehungen sind geprägt von gegenseitigem Respekt und einem klaren Bekenntnis zur akademischen Freiheit. Der Austausch ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein Weg, um wissenschaftlichen Fortschritt in einer globalisierten Welt zu fördern.
Fortdauernde Partnerschaften in herausfordernden Zeiten
Angesichts der aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen, die global auftreten, wird die Freie Universität auch weiterhin ihre Partnerschaften mit israelischen Institutionen fortsetzen und weiterentwickeln. Die Hochschule sieht dies als einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des Wissensaustauschs und der internationalen Kooperation.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Freie Universität Berlin mit ihrer klaren Ablehnung von Boykottaufrufen nicht nur eine Stellungnahme zur aktuellen Antisemitismusdebatte abgibt, sondern auch ein starkes Bekenntnis zur Wissenschaftsautonomie und zur Bedeutung internationaler akademischer Verbindungen bekundet. In Zeiten, in denen Wissenschaft und Forschung oft im politischen Kreuzfeuer stehen, setzt die Universität auf Zusammenarbeit und Dialog.