Ein internationales Forschungsteam aus den Universitäten Tübingen und Reading sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: In der Fundstätte Marathousa 1 in Griechenland wurden Holzwerkzeuge gefunden, die auf ein Alter von rund 430.000 Jahren datiert werden. Dies stellt den frühesten Gebrauchsnachweis eines spezifischen Holzwerkzeugtyps durch den Menschen dar, wie uni-tuebingen.de berichtet.

Die Entdeckung, die in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde, verschiebt den Nachweis des Werkzeuggebrauchs um mindestens 40.000 Jahre zurück. Die Untersuchung ergab den Nachweis von zwei spezifisch von Menschen hergestellten Werkzeugen aus Erlenholz sowie einem weiteren aus Weiden oder Pappelholz. Diese Holzfunde belegen die fortgeschrittenen Fertigkeiten der frühen Menschen in dieser Epoche.

Einblicke in die Fundstätte

Marathousa 1, die vor über zehn Jahren entdeckt wurde, ist eine bedeutende Fundstelle für frühe menschliche Artefakte. Während des Mittelpleistozäns stellte sie einen Schlachtplatz am Ufer eines Sees dar. In dieser Umgebung entdeckte das Forschungsteam systematisch die Holzfunde, um die Holzart zu bestimmen und Bearbeitungsspuren zu identifizieren. Ein Erlenstamm weist markante Arbeits- und Abnutzungsspuren auf, die darauf hindeuten, dass er möglicherweise zum Graben oder Ablösen von Baumrinde verwendet wurde.

Ein weiteres Holzstück, das von Weide oder Pappel stammt, zeigt ebenfalls Bearbeitungsspuren, die auf menschliche Nutzung hindeuten. Interessanterweise wurde ein drittes Holzstück mit Rillenmustern nicht als menschlich bearbeitet identifiziert; es wird als durch einen großen Fleischfresser verursacht angesehen. Diese Funde sind die ältesten bekannten Holzwerkzeuge, die von Menschen benutzt wurden, und zeigen, dass frühere Holzwerkzeuge aus anderen Regionen jünger waren als die aus Marathousa 1.

Unterstützung und internationale Zusammenarbeit

Die Forschungsarbeiten an diesem bedeutenden Projekt werden vom Europäischen Forschungsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. An dem Vorhaben waren zudem Forscher der Aristoteles-Universität Thessaloniki, der Universität Ioannina, des griechischen Kulturministeriums sowie der American School of Classical Studies at Athens beteiligt. Die Zusammenarbeit dieser Institutionen verdeutlicht die internationale Dimension der Forschung und die Bedeutung der Entdeckung für das Verständnis der frühen menschlichen Evolutionsgeschichte.