Im November 2025 fand auf dem Campus der FernUniversität Hagen eine bedeutende Veranstaltung zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) statt. Die Messe, organisiert vom Arbeitskreis BNE Hagen, der Stadt Hagen und der FernUniversität, umfasste ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Workshops und Austauschformaten. Ziel der Messe war es, lokale Initiativen, Projekte und Akteur:innen vorzustellen und Impulse für nachhaltigkeitsorientierte Bildungsansätze zu setzen. Hierbei spielte der Workshop „BNE als transformative Bildung: zwischen Anspruch und gelebter Praxis“, geleitet von Prof. Dr. Christian Grabau und Frank Wistuba, eine zentrale Rolle.
Wistuba leitet das Projekt „bne:digital.nrw“, das zur Integration von BNE in Studiengänge und zur Berücksichtigung der Digitalisierung beitragen soll. Dieses bedeutende Vorhaben wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert und ist seit Oktober 2022 am Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI) der FernUniversität angesiedelt. Die Aktivitäten des Projekts reichen von der Erstellung digitaler Bildungsmaterialien über Fort- und Weiterbildungsangebote bis hin zur Netzwerkarbeit. Besonders im Fokus stehen der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz sowie die didaktischen Potenziale von Virtual Reality im Kontext der BNE.
Die Rolle von BNE in der Bildung
Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert zukunftsfähiges Denken und Handeln. Die BNE vermittelt essentielle Kompetenzen zur aktiven Gestaltung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Zusammenhänge und ist ein integraler Bestandteil der UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Insbesondere Ziel 4, das die Gewährleistung von hochwertiger Bildung für alle Menschen adressiert, hebt die Bedeutung der BNE hervor. Das Bundesbildungsministerium koordiniert seit 2015 die Umsetzung der UNESCO-Programme zur BNE in Deutschland, mit dem Ziel, diese strukturell in allen Bildungsbereichen zu verankern.
Ein zentrales Anliegen der BNE ist es, Menschen in die Lage zu versetzen, die Folgen ihres Verhaltens für die Umwelt zu verstehen und durch verantwortungsvolles Handeln zur Stabilität der planetaren Grenzen beizutragen. Die Bundesregierung verfolgt darüber hinaus das Ziel, dass die Bürger:innen ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung dieser Grenzen entfalten können.
Initiativen zur Förderung von BNE
Die Veranstaltung auf dem Campus Hagen bot eine wichtige Plattform für den Austausch über nachhaltige Bildung. Das neue Modul im Bachelor Bildungswissenschaft mit dem Titel „Transformative Bildung in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter“ wird derzeit entwickelt. Dieses Modul zielt darauf ab, theoretische Konzepte der transformativen Bildung eng mit der pädagogischen Praxis zu verknüpfen. Neben der theoretischen Verankerung von BNE in Lehrplänen, sind auch partizipative Formate für das Fernstudium in Zusammenarbeit mit der Fachmediendidaktik KSW geplant.
In der Auseinandersetzung mit (post-)kolonialen Kontinuitäten und der ökologischen Verantwortung sind die Websites „How-to Straßennamen?“ sowie „100 Quellen – 100 Orte“ entstanden. Diese Projekte zielen darauf ab, ökologische Verantwortung und soziale Zugänglichkeit zusammenzubringen. Die Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Smolnik zur Entwicklung von VR-Inhalten mit Nachhaltigkeitsfokus ist ein weiteres Beispiel für die innovative Umsetzung von BNE.
Das Projekt „bne:digital.nrw“ wird bis zum 31. März 2026 fortgeführt. Es unterstützt die Umsetzung der globalen Agenda 2030 und landesspezifische Nachhaltigkeitsstrategien. BNE soll nicht nur punktuelle Aktionen anstoßen, sondern tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen. Partizipation wird hierbei als Schlüssel betrachtet, um demokratische Mitgestaltungsräume zu eröffnen und Selbstwirksamkeit zu fördern.
Insgesamt stellt die BNE einen umfassenden Bildungsansatz dar, der gesellschaftliche Fragen adressiert und vor den Herausforderungen der Nachhaltigkeit nicht haltmacht. Angesichts der Notwendigkeit für Kooperation zwischen Bildungsbereichen und der Implementierung von BNE in der Lehrerausbildung werden entsprechende Initiativen und Programme weiterhin von großem Wert sein.
Für weitere Informationen zur BNE und deren Entwicklungen können Interessierte die Webseiten von FernUniversität Hagen, BMBF und bpb besuchen.