Am Montag, dem 9. März, veranstaltet das Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM) an der Universität des Saarlandes einen öffentlichen Vortragsabend. Der Anlass für diese Veranstaltung ist der Internationale Frauentag. Der Abend beginnt um 19 Uhr im Hörsaalgebäude (Gebäude 35) auf dem Campus Homburg.

Die Veranstaltung verspricht eine spannende Auseinandersetzung mit den biologischen und medizinischen Unterschieden zwischen Frauen und Männern. Zu den Grußwortrednern zählen Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, sowie Prof. Dr. Ludger Santen, der Universitätspräsident, und Prof. Dr. Matthias Hannig, Dekan der Medizinischen Fakultät. Beitragende zu den Vorträgen sind erfahrene Wissenschaftler, darunter Prof. Dr. Sandra Iden und Prof. Dr. Frank Kirchhoff, die das CGBM leiten.

Themen und Vorträge

Die Vorträge werden sich mit den Unterschieden in Zellen und Geweben in Abhängigkeit vom biologischen Geschlecht befassen. Hierzu zählen Aspekte des Immunsystems, des Gehirns und Tumorerkrankungen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, wie diese Unterschiede die Planung von Studien, sowie Diagnostik und Therapie beeinflussen.

Prof. Dr. Michael Zemlin, ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums des Saarlandes, wird im Rahmen seines Vortrags auf die Umsetzung der Erkenntnisse in der klinischen Praxis eingehen und deren Relevanz für Therapieoptionen diskutieren. Damit wird die Brücke zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung geschlagen.

Forschung und Diskussion

Der Abend wird durch spannende Beispiele aus der Forschung ergänzt. Dr. Annette Lis thematisiert die Unterschiede in Immunantworten und Krankheitsverläufen zwischen den Geschlechtern, inklusive des Einflusses des Alters. Prof. Alexandra K. Kiemer beleuchtet den geschlechtsspezifischen Einfluss von RNA-bindenden Proteinen auf das Tumorwachstum. Prof. Julia Schulze‑Hentrich wird den Fokus auf neurologische Aspekte legen und Unterschiede im Gehirn bezüglich neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson erläutern.

Darüber hinaus werden Diskussionspunkte wie die Übertragung von Grundlagenforschung in klinische Leitlinien, die Identifikation von „blinden Flecken“ in der Forschung und die Chancen der geschlechtergerechten Biomedizin thematisiert. Ziel ist es, die Patientensicherheit in der medizinischen Versorgung zu fördern, denn die Berücksichtigung biologischer und soziokultureller Unterschiede zwischen Männern und Frauen ist von höchster Bedeutung für Ärztinnen und Ärzte.

Integration in die medizinische Versorgung

Die gendersensible Medizin wird zunehmend in die gesundheitliche Versorgung integriert. Diese Entwicklung verfolgt das Ziel, die Patientensicherheit zu erhöhen und potenzielle Hindernisse in der Behandlung zu erkennen und auszuräumen. In einem Vodcast, der sich mit dem aktuellen Stand der gendersensiblen Medizin befasst, werden weitere Expertenmeinungen eingeholt, darunter Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, und Stefan Schwartze, Patientenbeauftragter der Bundesregierung.

Der Informationsabend endet mit einem Empfang, der es den Teilnehmenden ermöglicht, sich mit den Referentinnen und Referenten auszutauschen. Musikalisch wird die Veranstaltung von einer Jazz-Combo der Hochschule für Musik Saar umrahmt.

Für Interessierte erfolgt die Anmeldung formlos bis zum 5. März per E-Mail an CGBM. Kontaktinformationen für weitere Fragen sind verfügbar: Centrum für geschlechtsspezifische Biologie und Medizin (CGBM), Universität des Saarlandes, Campus Homburg, Telefon: 06841 16‑16440.

Der Vortragsabend steht exemplarisch für die wichtige Diskussion um gendersensible Medizin, die nicht nur für die Forschung von Bedeutung ist, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Patientensicherheit und die gesundheitliche Versorgung hat. Laut Bundesärztekammer wird die Mediendisziplin der gendersensiblen Medizin ausgebaut, um Verbesserungen in der Patientenversorgung zu erreichen.

Uni-Saarland betont die Wichtigkeit des Engagements in diesem Bereich, um die Versorgung aller Patientinnen und Patienten zu verbessern.