Gute Vorsätze für eine gesunde Ernährung scheitern häufig, wobei mangelnde Selbstkontrolle oft als Hauptgrund identifiziert wird. Eine neue Studie, an der Prof. Dr. Mike Wendt vom ICAN teilnimmt, untersucht den spannenden inneren Konflikt zwischen dem Drang zu gesundem und ungesundem Essen. In dieser Untersuchung mit 542 Teilnehmenden wurde ein neuartiges Maß zur Erfassung der sogenannten „Konfliktreaktivität“ entwickelt. Der Fokus liegt auf der „Post-Konflikt-Verlangsamung“, einem Phänomen, bei dem Personen nach Entscheidungssituationen langsamer reagieren, wenn sie zwischen gesunden und ungesunden Nahrungsmitteln wählen müssen. Dies deutet darauf hin, dass der Konflikt bewusst verarbeitet wird und möglicherweise ein unterbewusster Prozess zur Selbstregulation eingeleitet wird, wie Medical School Hamburg berichtet.

Die Ergebnisse dieser Studie stimmen mit aktuellen Theorien über kognitive Kontrolle überein. Diese Theorien postulieren, dass das Setzen einer Absicht eng mit der Implementierung von Regulations-Mechanismen verbunden ist. Die Erhebung der „Konfliktreaktivität“ könnte somit neue Ansätze für Interventionen zur Förderung einer gesunden Ernährung bieten.

Die Bedeutung der Selbstregulation

Selbstregulation spielt eine entscheidende Rolle für das psychische Gleichgewicht und das emotionale Wohlbefinden. Eine Analyse zeigt, dass 80% der Befragten, die Selbstregulationsstrategien angewendet haben, eine Verbesserung ihrer mentalen Stabilität verspüren. Zu diesen Strategien gehören Achtsamkeit, Atemtechniken und kognitive Verhaltenstherapie, wie auf Traumapädagogik erläutert wird. Diese Methoden fördern nicht nur die emotionale Resilienz, sondern auch die Lebenszufriedenheit und stellen sicher, dass emotionale Herausforderungen optimal gemeistert werden können.

Das Augenmerk auf Selbstregulation wird von der Forschung unterstützt, die zeigt, dass diese Fähigkeit auch zwischenmenschliche Beziehungen beeinflusst und die Reaktion auf Emotionsschwankungen verbessert. Beispielsweise kann Selbstregulation die Entwicklung sozialer und kognitiver Fähigkeiten bei Kindern fördern, was ihre spätere soziale Kompetenz steigert. Zusätzlich beeinflussen Faktoren wie Bindungssicherheit und mütterliche Sensibilität die Selbstregulationsfähigkeiten in der frühen Kindheit.

Emotionsregulation und ihre Auswirkungen

Ein weiterer entscheidender Aspekt betrifft die Emotionsregulation, die als Fähigkeit definiert werden kann, Emotionen bewusst zu beeinflussen, um nicht überwältigt zu werden. Starke Emotionen wie Angst oder Trauer erfordern häufig regulative Maßnahmen, um Handlungsfähigkeit und gute Entscheidungen zu gewährleisten. Nach Resilienz Akademie kann eine unzureichende Emotionsregulation sowohl kurzfristig zu impulsiven Reaktionen als auch langfristig zu ernsthaften psychischen Problemen führen.

Techniken zur Freisetzung und Steuerung der eigenen Emotionen sind vielfältig. Arousal-Regulation und Valenz-Regulation sind grundlegende Prozesse, die die emotionale Erfahrung beeinflussen. Diese Techniken verbessern nicht nur die Resilienz, sondern auch die Fähigkeit, soziale Beziehungen zu gestalten und Herausforderungen flexibel zu begegnen.

Insgesamt wird deutlich, dass ein Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Konfliktwahrnehmung, Selbstregulation und Emotionsregulation nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für individuelle Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität von großer Bedeutung ist. Die genannten Untersuchungen könnten einen innovativen Rahmen für zukünftige Interventionen und Trainings schaffen, die Menschen dabei unterstützen, gesündere Entscheidungen zu treffen und resilienter im Alltag zu agieren.