Am 23. April 2026 findet an der Technischen Universität Ilmenau der jährliche Girls’Day statt. Diese Veranstaltung richtet sich an technik- und naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen ab der 5. Klasse und bietet die Möglichkeit, sich von der Schule freistellen zu lassen, um wertvolle Einblicke in verschiedene Studiengänge und Berufsfelder zu erhalten. Ziel des Girls’Day ist es, Mädchen für Studiengänge in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen zu begeistern und Geschlechterklischees abzubauen, wie tu-ilmenau.de berichtet.
Insgesamt werden fünf verschiedene Workshops angeboten, wobei die Plätze begrenzt sind. Zu den Workshops zählen unter anderem Themen wie Medizintechnik, Physik und Elektrotechnik. Hierzu gehören praxisnahe Experimente und interessante Herausforderungen, die den Schülerinnen ermöglichen, ihre Fähigkeiten in realen Anwendungen zu erproben.
Workshops im Detail
Der Workshop „Medizintechnik unter Spannung“ widmet sich der Messung elektrischer Spannung sowie der Anwendung von Röntgenstrahlen in der medizinischen Diagnostik. Schülerinnen erhalten auch die Gelegenheit, Augenerkrankungen im ophthalmologischen Labor zu erkunden. Ein weiterer Workshop, „Entdecke die Welt der Physik!“, nutzt die App „Phyphox“, um physikalische Phänomene zu simulieren und durch mathematische Werkzeuge eine Epidemie zu modellieren.
In der „Rätselkammer des Herrn Ampère“ stehen elektrotechnische Aufgaben unter Zeitdruck auf dem Programm. Dieser Workshop fördert nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Teamarbeit und Kommunikation. Ein weiterer Workshop mit dem Titel „Herausforderung Netzstörung“ gibt einen Einblick in die Arbeit des Thüringer Energieforschungsinstituts. Die Schülerinnen lernen, wie man ein Stromnetz nach einem Fehler wiederherstellt und nutzen dafür einen Remote-Leitwartensimulator.
Am Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) wird ein Workshop angeboten, der den Aufgaben eines Forschungsinstituts und dem Arbeitstag einer Ingenieurin gewidmet ist. Hier können Schülerinnen Experimente zu Schwingungen durchführen und mit der Programmiersoftware OpenRoberta arbeiten, um interaktive Aufgaben zu übernehmen.
MINT als Herausforderung und Chance
Die Förderung von Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) steht im Zentrum des Girls’Day. Aktuellen Studien zeigen, dass etwa nur 20% der MINT-Studierenden weiblich sind, was die Dringlichkeit solcher Veranstaltungen unterstreicht. Durch Girls’Day sollen stereotype Denkmuster hinterfragt werden, was auch die Unterstützung von Schulen und Eltern erfordert, um ein Bewusstsein für die geringe Anzahl von Frauen in diesen Berufen zu schaffen (uni-heute.de.
Begleitende Initiativen wie Mentoring-Programme und die Förderung von Kooperationsprojekten können Schülerinnen helfen, langfristig Interesse an MINT-Fächern zu entwickeln. Lehrer spielen hierbei eine zentrale Rolle, indem sie durch ausgewogene und gendersensible Ansprache mehr Mädchen für MINT-Angebote gewinnen und geeignete Vorbilder präsentieren (mintcampus.org.
Für interessierte Schülerinnen sind die Anmeldungen auf der Webseite der Technischen Universität Ilmenau möglich. Kontaktpersonen für den Girls’Day sind Julia Renardy, die unter der Telefonnummer +49 3677 69-2024 oder per E-Mail unter zukunft@tu-ilmenau.de erreichbar ist.