Am 3. März 2026 wurde die Bedeutung der Gleichstellung in der Wissenschaft erneut deutlich, als die Universität Mannheim neue Professorinnen berief und Fördermittel für gleichstellungsfördernde Maßnahmen bekannt gab. In einer Pressemitteilung berichtete die Universität, dass eingeworbene Mittel speziell für Programme wie FAiR@UMA eingesetzt werden. Dieses Programm unterstützt Wissenschaftlerinnen, insbesondere solche mit familiären Verpflichtungen. Des Weiteren werden Beratungs- und Unterstützungsangebote durch die Servicestelle Familie bereitgestellt.
Insgesamt drei neue Professorinnen sind ab April 2026 an der Universität Mannheim tätig, darunter Dr. Simone Rademacher im Bereich mathematische Physik und Dr. Pooja Rani in der Informatik. Die Ernennung von Prof. Dr. Marie-Luis Merten, die bereits seit August 2025 im Fachgebiet Germanistische Linguistik lehrt, zeigt die kontinuierliche Anstrengung der Universität, den Frauenanteil in Professuren zu steigern. Prof. Merten befasst sich in ihrer Forschung unter anderem mit Sprache in digitalen Kommunikationsräumen und analysiert Hashtag-Diskurse wie #WirSindDasStadtbild.
Förderung der Gleichstellung
Für das „Professorinnenprogramm 2030“ hat die Universität Mannheim Mittel in Höhe von insgesamt 320 Millionen Euro erhalten. Dieses Programm wird vom Bund und den Ländern unterstützt und zielt darauf ab, den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen. Laut Informationen des BMBF sind seit 2008 bereits 845 Professuren gefördert worden. In der aktuellen Runde haben sich 44 Hochschulen bundesweit durch erfolgreiche Konzepte hervorgetan, darunter zehn Hochschulen aus Baden-Württemberg, die ebenfalls von dem Programm profitieren.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski hebt hervor, dass die Hochschulen in Baden-Württemberg bundesweit führend im Bereich Gleichstellung sind. Im Jahr 2025 betrug der Anteil neu ernannter Professorinnen an Baden-Württembergs Hochschulen 43 Prozent, was einen Anstieg von über drei Prozentpunkten im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Der Fokus auf die Gleichstellung wird durch zusätzliche Mittel für die Ausstattung von Professorinnen unterstrichen.
Gezielte Strategien zur Fachförderung
Das Professorinnenprogramm 2030 fördert nicht nur die berufliche Entwicklung von Wissenschaftlerinnen, es stärkt auch die gesamten Gleichstellungsstrukturen an Hochschulen. Dies geschieht durch eine gezielte Förderung von bis zu 165.000 Euro jährlich pro Professur für maximal fünf Jahre. Darüber hinaus hat Baden-Württemberg die Unterstützung pro geförderter Professur auf 60.000 Euro jährlich verdoppelt, um junge Wissenschaftlerinnen noch gezielter zu fördern.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Um unterschiedliche Programme zu ermöglichen, können Hochschulen auch gemeinsam Gleichstellungskonzepte entwickeln, jedoch müssen die Einreichungen individuell erfolgen. Die vierte Programmphase bringt eine administrative Vereinfachung und legt einen stärkeren Fokus auf Gender-Controlling sowie geschlechtersensibles Berufungsmanagement.
Die Universität Mannheim und andere Hochschulen im Bundesland haben somit die nötigen Voraussetzungen geschaffen, um den Frauenanteil im Wissenschaftssystem signifikant zu erhöhen und einer „Leaky Pipeline“ entgegenzuwirken. Gleichstellung wird hier nicht nur gefördert, sondern aktiv in die Struktur der Hochschulen integriert.
Für Fragen stehen unter anderem die Leiterin Kommunikation der Universität Mannheim, Linda Schädler, sowie die Kontaktpersonen des BMBF zur Verfügung, um den Austausch über die Fördermöglichkeiten zu erleichtern.