Am 16. Februar 2026 wurde die talentierte Weimarer Autorin und Regisseurin Lena Libertà mit der Goldenen Lola für das beste unverfilmte Drehbuch geehrt. Diese Auszeichnung fand im Rahmen eines Empfangs des Deutschen Drehbuchverbands in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz statt. Der renommierte Deutsche Drehbuchpreis, der 1988 ins Leben gerufen wurde, hebt die Bedeutung des professionellen Drehbuchschreibens hervor und gilt als die höchstdotierte Auszeichnung für Drehbuchautoren in Deutschland. Libertà erhielt die Goldene Lola für ihr bemerkenswertes Werk mit dem Titel „Auf einmal drüben“.
In ihrer Geschichte schildert Liberità den gesellschaftlichen Umbruch nach dem Mauerfall aus der Perspektive eines zehnjährigen Mädchens namens Paula. Diese Erzählung beschäftigt sich mit den Herausforderungen, denen die Protagonistin gegenübersteht, als sie mit dem Trümmerhaufen ihres bisherigen Weltbilds konfrontiert wird. Die Jury würdigte das Drehbuch als eine bedeutende Geschichte über große historische Umbrüche und die Menschen, die unwissend in diesen Veränderungen leben. Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, bemerkte bei der Preisverleihung die essentielle Rolle des Drehbuchschreibens für den deutschen Film und bezeichnete es als Herzstück erfolgreicher Filmproduktionen.
Die Auszeichnung und ihre Bedeutung
Die Goldene Lola, die Libertà erhielt, ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bis zu 20.000 Euro Fördermittel für die Weiterentwicklung des Drehbuchs oder für neue Projekte anzufordern. Dieses Geld soll den Preisträgern helfen, ihre kreativen Arbeiten voranzutreiben und die Chancen auf eine Filmumsetzung zu erhöhen. Libertà, die im Jahr 2019 mit dem Schreiben ihres Drehbuchs begann, hat bisher jedoch noch keine Produktionsfirma gefunden. Die Auszeichnung könnte jetzt der entscheidende Impuls sein, um das Projekt in die Realität umzusetzen.
Libertà selbst kritisiert die gängige Auseinandersetzung mit der Wende-Geschichte in der deutschen Filmproduktion. Oftmals werde diese Thematik aus einer nicht-ostdeutschen Perspektive betrachtet, was die Komplexität der Wahrheit über die DDR und den Mauerfall verzerre. Ihre autobiografischen Erlebnisse als achtjähriges Kind zur Zeit des Mauerfalls fließen stark in die Erzählung ein. Sie möchte das innere Chaos, das mit den äußeren Veränderungen einhergeht, fühlbar und sichtbar machen.
Erfolge der Alumni der Bauhaus-Universität Weimar
Lena Libertàs Auszeichnung unterstreicht die kontinuierliche Präsenz und den Erfolg von Alumni der Bauhaus-Universität Weimar beim Deutschen Drehbuchpreis. Bereits 2025 erhielt der Medienkunst-Alumnus Duc Ngo Ngoc die Goldene Lola für sein Drehbuch „Ha-Neu / Berlin“. Der Deutsche Drehbuchpreis selbst ist bekannt dafür, die fundamentale Bedeutung des Drehbuchschreibens für die Qualität des deutschen Films über Jahrzehnte hinweg hervorzuheben.
Bekannte Wettbewerbsbeiträge wie das Drehbuch „Der zweite Stern von rechts“ von Markus Dietrich und David Ungureit waren ebenfalls für den Preis nominiert. Die Produktion steht unter der Leitung von Marcel Lenz, einem weiteren Alumnus der Bauhaus-Universität. Auch Stephan von Treschkow, Absolvent derselben Institution, ist für das Szenenbild des Films verantwortlich. Dieses Netzwerk von Talenten zeigt die starke Verbindung zwischen der Universität und der deutschen Kinoindustrie.
Der Deutsche Drehbuchpreis bleibt somit ein bedeutendes Signal für die Förderung von Drehbuchautoren in Deutschland, wobei Nominierungen mit jeweils 5.000 Euro dotiert sind und auf die Preisprämie angerechnet werden. Der Preis hat sich als entscheidender Anreiz für kreative Köpfe im deutschen Film etabliert und wird von verschiedenen Filmförderinstitutionen, darunter der Filmförderungsanstalt (FFA) und dem Deutschen Drehbuchverband, unterstützt.
Die farbenfrohe und facettenreiche Landschaft des deutschen Films wird durch die Stimmen von Autoren wie Lena Libertà bereichert, deren Geschichten uns in die tiefen und oft vergessenen Erzählungen der jüngeren Geschichte führen.