Der Fortschritt in der Forschung zur Fernerkundung wird durch die tagtägliche Arbeit von Wissenschaftlern vorangetrieben, die mit Satellitendaten Umweltveränderungen analysieren. Ein herausragendes Beispiel ist Professor Dr. Sebastian van der Linden, der am Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald tätig ist. In dieser Funktion nutzt er frei verfügbare Satellitenbilder, um langfristige Veränderungen in der Umwelt zu untersuchen. Van der Linden wurde jüngst in das renommierte Landsat Science Team (LST) berufen, eine Auszeichnung, die weltweit führende Experten aus der Satellitenforschung vereint. In einer Zusammenarbeit mit der NASA und dem US Geological Survey (USGS) wird die Expertise dieser Wissenschaftler für die Weiterentwicklung und Nutzung von Landsat-Daten geprägt.
Das Landsat Science Team versammelt fünf deutsche Wissenschaftler, darunter van der Linden, und ermöglicht einen Austausch über zukünftige Projekte. Die Mitgliedschaft im LST hält über einen Zeitraum von fünf Jahren an. Die Landsat-Satelliten sammeln seit den 1970er Jahren kontinuierlich hochauflösende Bilddaten, die über eine konstante Pixelgröße von 30 Metern verfügen und eine Wiederholungsrate von bis zu acht Tagen aufweisen. Insbesondere van der Lindens Arbeitsgruppe hat sich auf die Erforschung von Veränderungen in Moorflächen seit 1984 spezialisiert, mit einem besonderen Fokus auf Mecklenburg-Vorpommern und den Ostseeraum. Hierzu gehört auch die Teilnahme am DFG Sonderforschungsbereich WETSCAPES2.0, der einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsforschung leistet.
Neue Technologien zur Datenerfassung
Ein wichtiger Aspekt in der Erdbeobachtung sind die verschiedenen Plattformen, die den Zugang zu Satellitendaten erleichtern. Die deutschsprachige Erdbeobachtungsplattform CODE-DE beispielsweise bietet umfassende Ressourcen zur Verarbeitung von Sentinel-Satellitendaten des Copernicus-Programms, das seit seiner Einführung im Jahr 2014 über 3,2 Milliarden Euro in die Erdbeobachtung investiert hat. CODE-DE ermöglicht es Nutzern, direkt auf diese Daten zuzugreifen und sie ohne eigene Infrastruktur zu verarbeiten. Hierbei kommt der Plattform eine wichtige Rolle zu, da sie den Anforderungen von deutschen Behörden gerecht wird und höchsten Sicherheitsstandards genügt.
Zusätzlich stellt die Servicestelle Fernerkundung im satellitengestützten Krise- und Lagedienst kostenfreien Zugang zu hochauflösenden kommerziellen Satellitendaten für Bundesbehörden bereit. Dies umfasst sowohl die Beschaffung der Daten als auch Beratungsleistungen. Solche Initiativen zeigen, wie vielfältig die Unterstützung für Forschung und Praxis im Bereich der Erdbeobachtung ist.
Bedeutung der Satellitendaten für die Zukunft
Die Erhebung und Analyse von Satellitendaten wird durch verschiedenen Technologien und Plattformen erheblich gefördert. Satelliten wie die Sentinel und Meteosat spielen eine entscheidende Rolle bei der kontinuierlichen Sammlung von Daten zur Landnutzung, Vegetationszustand und Luftqualität. Sie machen es möglich, präzise Messungen von Treibhausgasemissionen und der globalen Temperaturentwicklung zu gewinnen. Diese Fortschritte könnten erheblich zur Verbesserung von Klimamodellen in der Zukunft beitragen.
Darüber hinaus nutzen Wissenschaftler grafisch-intensive Anwendungen zur parallelen Datenverarbeitung, wodurch KI-basierte Entwicklungen aus Erdbeobachtungsdaten möglich werden. Durch Plattformen wie das Climate Data Store (CDS), das von über 100.000 Nutzern verwendet wird, wird der Zugang zu Klimadaten weiterhin gefördert. Die Entscheidungsträger in Wissenschaft und Politik können so fundierte Entscheidungen treffen, um den Herausforderungen des Klimawandels begegnen zu können.