Am 17. März 2026 wurde das Buch „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum. Herausforderungen und Dynamiken grenzüberschreitender Kooperation am Beispiel von Brandenburg-Lubuskie“ präsentiert. Herausgegeben von Peter Ulrich und Martin Reents, soll dieser Sammelband ein tiefes Verständnis für die Entwicklungen der Zusammenarbeit zwischen Regionen und Kommunen im deutsch-polnischen Grenzraum vermitteln. Die Analyse reicht bis zum Fall des Eisernen Vorhangs und behandelt sowohl die aktuellen Herausforderungen als auch die Dynamiken der Kooperation in den letzten Jahrzehnten. Das Buch ist ein Ergebnis eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsverbundes, der auch die deutsch-französische Zusammenarbeit betrachtet.
Besonders hervorzuheben ist die Praxisnähe des Buches, die durch empirische Daten aus qualitativen Interviews auf verschiedenen Verwaltungsebenen unterstrichen wird. Zudem thematisiert es aktuelle Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, Grenzschließungen sowie das Fischsterben in der Oder. Interregionale Perspektiven werden durch Beiträge ergänzt, die die deutsch-polnische Grenzregion mit anderen Regionen vergleichen. Die Publikation wird im Open-Access-Format vom Universitätsverlag Potsdam herausgegeben, um die Ergebnisse der Forschung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zudem richtet sich das Buch an Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor, Wissenschaftler sowie Studierende, die sich mit deutsch-polnischen Themen befassen.
Veranstaltung zur grenzüberschreitenden Kooperation
Im Rahmen der Research Factory „B/ORDERS IN MOTION“ wird am 29. April 2026 eine Veranstaltung stattfinden, die sich auf die deutsch-polnische grenzüberschreitende Kooperation konzentriert. Diese Veranstaltung, die von 16:15 bis 17:45 Uhr dauert, wird in einem noch bekanntzugebenden Raum stattfinden. Der Fokus liegt auf den Veränderungen und Umbrüchen der letzten Jahrzehnte, den zunehmenden Verflechtungen sowie den grenzüberschreitenden Kooperationen. Dabei werden auch die verstärkten nationalen Grenzziehungsprozesse entlang der Oder-Neiße-Grenze behandelt.
Ein zentrales Element der Veranstaltung wird die Vorstellung des Buches „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum“ sein. Hierbei werden auch die Beiträge aus dem Forschungsverbund „Linking Borderlands“ beleuchtet, die Perspektiven aus den Bereichen Politik- und Verwaltungswissenschaft sowie Raumplanung und -entwicklung einbringen. Diese Diskussion wird insbesondere die aktuellen Dynamiken und Herausforderungen der subnationalen Kooperation zwischen Deutschland und Polen thematisieren.
Der deutsch-polnische Kontext
Die deutsch-polnischen Beziehungen sind von enger Partnerschaft und vielfältigen gesellschaftlichen sowie politischen Verflechtungen geprägt. In Deutschland leben etwa 880.000 polnische Staatsbürger und 2,2 Millionen Menschen polnischer Herkunft. Deutschland ist seit über zwei Jahrzehnten der wichtigste Handelspartner Polens. Politisch wird der Dialog durch regelmäßige Treffen auf höchster Ebene gefestigt, mit dem deutsch-polnischen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit als grundlegender Rahmen. Dieser Vertrag, unterzeichnet am 17. Juni 1991, umfasst 38 Artikel, die die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ziele der bilateralen Zusammenarbeit definieren.
Wichtige Meilensteine in den bilateralen Beziehungen sind der NATO-Beitritt Polens 1999, der EU-Beitritt 2004, der Schengenraum-Beitritt 2007 und die Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts 2011. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Geschichte, einschließlich der deutschen Anerkennung der Schuld im Zweiten Weltkrieg, ist zentral für die Beziehungen. Veranstaltungen zur Erinnerung an historische Ereignisse, wie die Gedenkveranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg und dem Warschauer Aufstand, verdeutlichen das Bemühen um Versöhnung.
Eine Vielzahl von Institutionen, wie das Deutsch-Polnische Jugendwerk und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, fördern den zivilgesellschaftlichen Austausch. Über 500 Städtepartnerschaften sowie zahlreiche Projekte im Hochschul- und Wissenschaftsaustausch unterstreichen die dynamische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Darüber hinaus tagt die deutsch-polnische Regierungskommission jährlich, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern und Informationen auszutauschen.
Mit dem bevorstehenden Buchtitel und der geplanten Veranstaltung wird der Dialog und die Kooperation im deutsch-polnischen Grenzraum weiter gestärkt, in einem Kontext, der nach wie vor von Herausforderungen, aber auch von Chancen geprägt ist.