Das Projekt GreenJLU, geleitet von Prof. Dr. Till Kleinebecker an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), hat wichtige Erkenntnisse über die Kohlenstoffspeicherung in städtischen Grünflächen geliefert. Ziel der systematischen Untersuchung war es, die Vegetationsstrukturen der JLU zu analysieren und deren Einfluss auf die Speicherung von Kohlenstoff zu bewerten. Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift Urban Forestry & Urban Greening veröffentlicht wurden, zeigen, dass sowohl die Vegetationsstruktur als auch die Nutzungsgeschichte der Flächen entscheidende Faktoren sind.

Die Studie umfasste die Probenahme auf 120 Grünflächen der JLU. Dabei wurde die Bodengesundheit in verschiedenen Tiefen untersucht. Die Forscher entwickelten einen neuartigen Index, um die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Bodens zu bewerten. Ein zentrales Ergebnis ist, dass intensiv gepflegte Flächen weniger Kohlenstoff speichern als solche mit Gehölzen und naturnäherer Vegetation. Flächen mit weniger intensiver Bewirtschaftung, wie Gehölze oder Wildblumenwiesen, weisen höhere Kohlenstoffvorräte und eine bessere Bodengesundheit auf.

Einflussfaktoren auf die Kohlenstoffspeicherung

Die Studie identifizierte mehrere Faktoren, die die Kohlenstoffspeicherung beeinflussen. Dazu gehören die Art der Vegetation, die Geschichte der Flächennutzung und das Management der Flächen. Bodenschonende Pflege, natürliche Laubschichten und gut entwickelte Wurzelsysteme sind entscheidend für die Förderung der Kohlenstoffbindung. Diese Erkenntnisse bieten wertvolle Impulse für die nachhaltige Gestaltung und Pflege von universitären Freiflächen sowie zur Planung von städtischen Grünflächen in Gießen.

Wichtig ist, dass die JLU im Raum Gießen eine bedeutende Flächeneigentümerin ist und einen erheblichen Anteil an unversiegelten Grünflächen besitzt. Daher hat die Umsetzung der Studienergebnisse nicht nur Auswirkungen auf die Universität selbst, sondern auch auf die städtische Umgebung. Das Projekt wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) zwischen 2021 und 2025 gefördert. Die Publikation dieser Ergebnisse erfolgte unter den Autoren Mojdeh Safaei, André Große-Stoltenberg und Till Kleinebecker im Jahr 2025 in der entsprechenden Fachzeitschrift.

Die Erkenntnisse aus GreenJLU unterstreichen die Notwendigkeit, städtische Grünflächen nicht nur als ästhetische Elemente, sondern auch als wichtige Akteure im Klimaschutz zu betrachten. Durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenstruktur und der Vegetation könnten Städte erheblich zur Kohlenstoffbindung beitragen und somit aktiv den Klimawandel abmildern.