Eine aktuelle Studie an der Universität Bonn beleuchtet die positiven Effekte von Hafer auf den Stoffwechsel. Die Forschung reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als der Mediziner Carl von Noorden erfolgreich Zuckerkranke mit Hafer behandelte. In der neuen Untersuchung geht es um die Wirkung einer speziellen Haferkur auf Personen, die an metabolischem Syndrom leiden, einem Zustand, der durch Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerspiegel und Störungen des Fettstoffwechsels gekennzeichnet ist.

Insgesamt nahmen 32 Frauen und Männer an der Haferkur teil, deren tägliche Ernährung 300 Gramm Haferflocken umfasste. Die Teilnehmer verzehrten ausschließlich Haferflocken, die in Wasser gekocht wurden, und durften diese mit etwas Obst oder Gemüse verfeinern. Im Vergleich dazu erhielt die Kontrollgruppe eine kalorienreduzierte Diät ohne Haferflocken.

Ergebnisse der Haferkur

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass beide Gruppen von den diätetischen Veränderungen profitierten. Dennoch war der Effekt bei der Hafergruppe deutlicher ausgeprägt. Während des Studienverlaufs sank der LDL-Cholesterinspiegel in der Hafergruppe um 10%, was als substanzielle Reduktion betrachtet wird. Zudem verloren die Teilnehmer der Haferkur im Durchschnitt 2 kg an Gewicht und verzeichneten einen leichten Blutdruckabfall.

Hohe LDL-Cholesterinwerte sind bekanntlich mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle verbunden, da sie zu Gefäßverengungen führen können. Die Forschung unterstreicht zudem, dass Haferflocken das Wachstum gesunder Darmbakterien fördern, die positiv auf den Cholesterinstoffwechsel wirken können. Erfreulicherweise waren die positiven Effekte der Haferkur sogar sechs Wochen nach der Intervention nachweisbar.

Zusätzliche Erkenntnisse und Methodik

Die Studie umfasst insgesamt 68 Teilnehmer und verwendet moderne, randomisierte kontrollierte Studienmethoden. Die Auswertung der Blut- und Stuhlproben sowie die Messungen von Blutdruck und Gewicht wurden verblindet durchgeführt. Vor der Ernährungsumstellung wurden umfassende Daten zu Blut- und Stuhlproben sowie zu Körpermaßen erfasst. Nach Abschluss der Haferkur wurden die gleichen Werte erneut erhoben, um die Effekte genau zu messen.

Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass eine kürzere Haferkur in regelmäßigen Abständen zur Cholesterinkontrolle und Diabetesprävention beitragen könnte. Allerdings zeigten vorherige Studien, in denen die Teilnehmer 80 Gramm Hafer täglich über einen Zeitraum von sechs Wochen zu sich nahmen, nur geringe Effekte, wenn keine Kalorienreduktion stattfand. Diese Erkenntnisse könnten wichtige Impulse für zukünftige Ernährungsstrategien liefern.

Insgesamt zeigt die aktuelle Forschung, dass Hafer mehr als nur ein einfaches Nahrungsmittel ist. Die regelmäßige Integration von Haferflocken in die Ernährung könnte eine einfache und effektive Maßnahme zur Verbesserung der Gesundheit von Personen mit metabolischem Syndrom darstellen. Die Erkenntnisse der studie ergänzen die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten zu den positiven Wirkungen von Hafer und eröffnen neue Perspektiven für eine sichere Ernährung.