Am 11. März 2026 wurde bekannt gegeben, dass Prof. Dr. Heike Rauer, eine angesehene Planetenphysikerin an der Freien Universität Berlin, die Caroline-Herschel-Medaille 2026 erhalten wird. Diese Auszeichnung wird von der Deutschen Astronomischen Gesellschaft und der Royal Astronomical Society für herausragende Beiträge zur Erforschung von Exoplaneten verliehen. Die Preisverleihung findet am 28. April 2026 in der Britischen Botschaft in Berlin statt, wo Rauer auch eine Keynote über ihre bedeutende Forschung halten wird. Ihre Arbeiten haben die Entdeckung und Charakterisierung von extrasolaren Planeten, insbesondere erdähnlichen Planeten und deren Atmosphären, maßgeblich vorangetrieben, was sie zu einer führenden Wissenschaftlerin in ihrem Bereich macht.

Die Caroline-Herschel-Medaille wurde im Jahr 2021 ins Leben gerufen, um herausragende Astronominnen aus dem Vereinigten Königreich oder Deutschland zu ehren und trägt den Namen der bedeutenden Astronomin Caroline Herschel aus dem 18. Jahrhundert. Rauer folgt in die Fußstapfen renommierter Preisträgerinnen wie Linda Tacconi und Gillian Wright.

Die PLATO-Mission und ihre Auswirkungen

Prof. Rauer spielt eine zentrale Rolle in der ESA-Mission PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of stars), die darauf abzielt, Planeten um sonnenähnliche Sterne zu identifizieren und zu untersuchen. Der Start der Mission ist für 2027 geplant. Rauer koordiniert ein internationales Konsortium von Forschungsinstituten, das die Transitmethode zur Entdeckung von Exoplaneten nutzt. Ihre Engagements gehen über die PLATO-Mission hinaus; sie ist auch an bodengebundenen Projekten wie dem Next Generation Transit Survey (NGTS) beteiligt.

Unter Rauer’s Leitung wird das Instrumentenkonsortium für PLATO betrieben, das sich mit der Analyse von Exoplaneten befasst. Zudem sind ihre Forschungsinteressen eng mit der Asteroseismologie verknüpft. Sie beschäftigt sich mit der Untersuchung von Sternschwingungen, was entscheidend zur Charakterisierung von Exoplaneten beiträgt.

Wissenschaftliche Laufbahn und Engagement

Der akademische Werdegang von Prof. Dr. Heike Rauer ist beeindruckend. Sie studierte Physik an der Universität Hannover und schloss 1986 ab. 1991 promovierte sie an der Universität Göttingen, wo sie sich mit Kometen-Plasmaschweifen befasste. Anschließend war sie als ESA-Stipendiatin am Observatoire de Paris–Meudon tätig (1995-1997) und forschte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin.

Rauer habilitierte sich 2004 an der Technischen Universität Berlin und war dort als Professorin für Planetenphysik tätig. Von 2005 bis 2017 leitete sie die Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ am DLR und wurde im Jahr 2017 Direktorin des Instituts für Planetenforschung. Heute lehrt sie an der Freien Universität Berlin im Fachbereich Geowissenschaften und berät seit 2025 den DLR-Vorstand in ESA-Angelegenheiten.

Ihr Werk hat nicht nur die Exoplanetenforschung beeinflusst, sondern Rauer hat sich auch einen Namen als Mentorin und Führungsfigur in der astronomischen Gemeinschaft gemacht, indem sie bedeutende Beiträge zur Förderung von Wissenschaftlerinnen und zur Förderung junger Talente geleistet hat.