Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt und plant, als erste Universität Deutschlands auf einen analogen Semesterbetrieb umzustellen. Diese Initiative soll nicht nur die Lehrmethoden der Institution revolutionieren, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Die HHU strebt an, den Energieverbrauch drastisch zu reduzieren, was mit der Einführung ab dem Sommersemester 2026 beginnen soll. Rund 30.000 Studierende sind an der Universität eingeschrieben und werden von dieser Umstellung betroffen sein.
Gleichzeitig ist die Reduktion des hohen Energiebedarfs, der durch Datenspeicher und moderne Technologien entsteht, ein zentrales Anliegen der Hochschule. Um dies zu erreichen, hat die HHU eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, die den Unterricht erheblich verändern werden. Ab sofort wird auf Powerpoint-Präsentationen in Vorlesungen und Seminaren verzichtet. Stattdessen sollen klassische Lehrmethoden, wie Tafeln sowie Schiefer in Tablet-Größe, wieder zur Anwendung kommen.
Nachhaltige Lehrmethoden
Die Lehrveranstaltungen werden sich auch in Bezug auf Lernmaterialien verändern. Skripte in Print-Format werden zu Beginn des Semesters an die Studierenden ausgegeben. Um die Kommunikation innerhalb der Fakultäten zu fördern, werden entlang der Universitätsgebäude Infotafeln, also schwarze Bretter, angebracht, auf denen wichtige Bekanntmachungen zu finden sind. Studierende sind verpflichtet, diese schwarzen Bretter mindestens einmal pro Woche zu besuchen, um über anstehende Ereignisse und Informationen auf dem Laufenden zu bleiben.
Ein neu eingeführtes „Walk & Shout System“ ermöglicht es der Universität, campusweite Updates zu verbreiten. Hierbei wird eine Mobile Acoustic Broadcast Unit (MABU) eingesetzt, die sicherstellt, dass Informationen an alle Studierenden und Mitarbeitenden kommuniziert werden können. Messenger-Dienste werden in der neuen Philosophie der Universität nicht mehr genutzt, und E-Mails sind nur in Ausnahmefällen erlaubt, was die Kommunikation deutlich vereinfacht und verlangsamt – ein bewusster Schritt hin zu analogem Austausch.
- Rohrpostanlagen werden wiederbelebt und ausgebaut, um die interne Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen zu fördern.
- Die Analogisierung, also der Rückzug von digitalen Medien in vielen Bereichen, soll bis zum 31.12.2027 weitgehend abgeschlossen sein.
Die HHU ergreift damit nicht nur Maßnahmen zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks, sondern setzt auch ein Zeichen für andere Bildungseinrichtungen. Es bleibt abzuwarten, wie diese umfassende Umstellung von den Studierenden und Lehrenden aufgenommen wird und welche Effekte sie auf den Lehr- und Lernprozess haben wird. Der Schritt in eine analoge Zukunft kann als Zeichen eines Wandels in der Hochschulbildung verstanden werden, das sowohl Herausforderungen als auch Chancen birgt. [hhu.de] berichtet, dass mit den Maßnahmen eine neue Ära der Lehre eingeläutet werden soll.



