Die Heinrich-Heine-Universität (HHU) hat bedeutende Fortschritte in der Geschlechtergerechtigkeit erzielt. Der am 14. Februar 2026 veröffentlichte Gender-Report 2025 dokumentiert zahlreiche Erfolge und Entwicklungen im Hinblick auf den Frauenanteil in verschiedenen Bereichen der Hochschule. Wie hhu.de berichtet, hat die HHU im Jahr 2023 einen landesweiten Rang von 3 in Bezug auf Frauenanteile nach Qualifizierungsstufen erreicht.

Die Statistik zeigt, dass der Frauenanteil bei Studierenden, Promovierten und wissenschaftlichem Personal stabil bleibt. Besonders erfreulich ist der Anstieg des Anteils der Professorinnen, der nun bei 30,1% liegt. Dies bedeutet eine Verbesserung auf Rang 8 in Nordrhein-Westfalen. Der Hochschulentwicklungsplan (HEP) der HHU hat somit sein Ziel erreicht, was einen Meilenstein in der Gleichstellungspolitik der Universität darstellt.

Gender Pay Gap und Leistungsbezüge

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Berichts bringt den Gender Pay Gap zum Vorschein. Bei W3-Professoren beträgt dieser 8,5%, was bedeutet, dass Frauen durchschnittlich 208 Euro weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Zudem erhalten W2-Professorinnen im Durchschnitt weniger Leistungsbezüge als ihre männlichen Gegenstücke, was eine Differenz von 16,4% ausmacht.

In der Verwaltung und den Leitungsgremien zeigt die Universität ebenfalls Fortschritte: Fünf der acht Mitglieder des Hochschulrats sind Frauen, und der Frauenanteil in Rektoratsämtern beträgt 50%. Zudem sind 29,4% der Dekanate mit Frauen besetzt, wobei zwei Fakultäten von Dekaninnen geleitet werden. Der Frauenanteil im Senat liegt bei 41,4%, was jedoch unterdurchschnittlich im landesweiten Vergleich ist.

Promovierte und wissenschaftliches Personal

Der Gender-Report hebt hervor, dass der Frauenanteil bei Promovierten um 9,3% auf 57,4% gestiegen ist. Damit hat die HHU in diesem Bereich den ersten Platz belegt. Der Anteil weiblicher Wissenschaftlerinnen am wissenschaftlichen Personal beträgt 45,7%, was wiederum Rang 5 in NRW entspricht. Auch unter den Studierenden sind Frauen in der Überzahl: Der Frauenanteil liegt bei 57,2%, was Platz 3 im Vergleich der Hochschulen bedeutet.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass der Frauenanteil in Technik und Verwaltung bemerkenswerte 62,3% erreicht hat. Insgesamt wurden 37 Landeshochschulen (außer Verwaltungshochschulen) für den Gender-Report untersucht, dessen Daten auf den Statistischen Landesamt NRW (IT.NRW) für 2023 und frühere Jahre basieren.

Im Rahmen der laufenden Diskussionen zu Genderfragen fand am 11. Februar 2026 ein Gender Kongress in Essen statt. Dieser wurde von Dr. Anja Vervoorts, der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der HHU und Sprecherin der LaKof NRW geleitet. Der Kongress diente als Plattform, um die erreichten Fortschritte zu feiern und zukünftige Herausforderungen zu diskutieren.