In einem entscheidenden Schritt zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft in Europa wurde an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) die Errichtung eines neuen Kompetenzzentrums angekündigt. Das Projekt, das auf den Namen HERES hört, wird bis Februar 2030 mit etwa 13,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Ziel des Zentrums ist es, Forschung, Industrie und Strukturwandel in Brandenburg zu verknüpfen und die Region als Schlüsselakteur der europäischen Kreislaufwirtschaft zu positionieren. Dieser Plan wird von der offiziellen Mitteilung der BTU unterstrichen, die die Bedeutung des Recyclings von Lithium-Ionen-Batterien in modernen Geräten hervorhebt.

HERES wird sich auf die Entwicklung innovativer Recyclingstrategien konzentrieren, um Rohstoffe ressourcenschonend zu nutzen und wiederzugewinnen. Der Projektleiter, Prof. Jörg Acker, betont die Schaffung einer Forschungsinfrastruktur zur effizienten Rückgewinnung und Aufbereitung von Batteriematerialien. Darüber hinaus zielt das Zentrum darauf ab, Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Recyclings zu entwickeln, einschließlich Rückgewinnung, Prozessierung und Wiederverwendung.

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Innovationsfelder des Kompetenzzentrums

HERES verfolgt fünf spezifische Innovationsfelder:

  • Rückgewinnung hochwertiger Batteriematerialien
  • Entwicklung neuer Recyclingtechnologien
  • Etablierung der Analytik der nächsten Generation
  • Digitalisierung und Einführung eines Self-Driving Labs
  • Schaffung einer regionalen Innovationsplattform

Die Schaffung dieses Kompetenzzentrums ist eine direkte Reaktion auf die Anforderungen der europäischen Batterieverordnung und der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie. Damit soll Europa unabhängiger von kritischen Rohstoffimporten gemacht und neue industrielle Perspektiven für die Lausitz eröffnet werden.

Kapazitäten des Batterierecyclings in Europa

Die Relevanz solcher Initiativen wird durch aktuelle Entwicklungen im Bereich des Batterierecyclings in Europa unterstrichen. Laut Fraunhofer ISI könnten die Recyclingkapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien bis 2026 auf über 400.000 Tonnen pro Jahr steigen. Die Verarbeitungskapazitäten verteilen sich auf unterschiedliche Arten von Einrichtungen, wobei die Hydrometallurgie als dominierender Prozess hervorsticht.

Für die kommenden Jahre wird eine weitere Expansion der Recyclingkapazitäten erwartet, besonders im Bereich des Pretreatments, wo die Gesamtmenge bis 2030 auf beinahe 520 Kilotonnen pro Jahr steigen könnte. Interessanterweise wird bemerkt, dass die Kapazitäten im Pretreatment bis 2026 nahezu denen für das Refinement entsprechen werden.

Der Transport von Lithium-Ionen-Batterien stellt jedoch eine Herausforderung dar, da sie als Gefahrgut gelten, was die Kosten und logistische Planung zusätzlich erschwert. Dies zeigt die Notwendigkeit, regionale Recyclinglösungen wie das HERES-Zentrum weiter auszubauen.

Aktuelle Entwicklungen in der Branche

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass in Europa bereits bemerkenswerte Projekte im Bereich des Batterierecyclings umgesetzt werden. Battery-News hebt hervor, dass neue Projekte in Städten wie Goslar und Aachen entstehen, insbesondere der „Circularity Hub“ an der RWTH Aachen, der sich auf automatisierte Prozesse zur Batteriedemontage und mechanisches Recycling konzentriert. Ziel dieser Projekte ist es, die industrienahe Forschung zu unterstützen und relevante Herausforderungen im Bereich des Recyclings anzugehen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass der Bedarf und die Kapazitäten für Batterierecycling in Europa ansteigen. HERES wird eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft spielen, indem es innovative Lösungen liefert und die Region Lausitz als einen bedeutenden Standort für Hochtechnologiematerialien etabliert.