Eine umfassende Studie der Universität Bielefeld hat das Herzfrequenz- und Stresslevel von Fußballfans beim DFB-Pokalfinale 2025 detailliert untersucht. Die Ergebnisse wurden in Scientific Reports, einem Fachjournal des Nature-Verlags, veröffentlicht und basieren auf Daten von 229 Fans, die über einen Zeitraum von zwölf Wochen mit Smartwatches überwacht wurden. Der Fokus der Untersuchung lag nicht nur auf den Herzfrequenzen, sondern auch auf dem emotionalen Erleben der Fans in den verschiedenen Kulissen des Fußballs.
Die Studie zeigte, dass die durchschnittliche Herzfrequenz der Stadionbesucher bei 94 Schlägen pro Minute lag, was signifikant höher war als die der TV-Zuschauer mit nur 79 Schlägen und der Public Viewing-Gäste mit 74 Schlägen pro Minute. Besonders markant war der Anstieg der Herzfrequenz der Stadionbesucher, die nach dem ersten Tor von Arminia Bielefeld auf durchschnittlich 108 Schläge pro Minute anstieg – ein Anstieg von 36 Prozent im Vergleich zu den TV-Zuschauern.
Stresslevel und Alkohol
Samstage erwiesen sich als besonders stressreiche Tage für die Fans. Am Finaltag lag der durchschnittliche Stresspegel bei 45,3 Punkten auf einer Skala von 0 bis 100, während an regulären Tagen der Wert bei 31,9 Punkten stagnierte. Interessanterweise lagen die Stresswerte bereits am Morgen um 6 Uhr über dem Normalbereich und erreichten ihren Höhepunkt kurz vor Anpfiff des Spiels.
Die Studie entblößte zudem die Rolle des Alkoholkonsums: 50% der befragten Fans gaben an, während des Spiels Alkohol konsumiert zu haben, wobei dieser Wert unter den Stadionbesuchern mit 65% noch höher war. Der Konsum erhöhte die Herzfrequenz der Teilnehmer um durchschnittlich 5,3%, während emotionale Höhepunkte, wie Tore, einen Anstieg von 11,7% zur Folge hatten. Diese Erkenntnisse sind von besorgniserregender Bedeutung, da die Kombination aus Aufregung, einer mitreißenden Stadionatmosphäre und Alkohol das Herz-Kreislauf-System erheblich belasten kann.
Historische Bedeutung des Finales
Ein besonderer Kontext umgab das DFB-Pokalfinale, da der Drittligist DSC Arminia Bielefeld zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Endspiel stand. Trotz einer 2:4-Niederlage gegen den VfB Stuttgart zeigten die Fans in den Schlussminuten hohe Pulswerte, was die emotionale Intensität dieser historischen Begegnung unterstreicht. Für 194 Teilnehmer wurden am Finaltag relevante Daten erfasst, während 37 von ihnen zusätzlich Fragebögen ausfüllten.
Diese umfassende Studie ist Teil des Fokusbereichs QUAMU der Universität Bielefeld, der sich mit der Quantifizierung von Unsicherheit beschäftigt. Ziel ist es, tiefere Einsichten in das menschliche Verhalten und Emotionsmanagement zu gewinnen, insbesondere in Bezug auf die leidenschaftlichen Erlebnisse, die Fans bei Live-Events empfinden.