Die Universität Paderborn und die „Qualität in Kitas Onlineakademie GmbH“ haben ein neues Kapitel in der frühen Sprachbildung aufgeschlagen: Sie gründeten das Kompetenzzentrum „Kinder.Sprachen.Zukunft“ in Hessen. Ziel des Zentrums ist es, die sprachliche Bildung und Förderung von Kindern in der frühkindlichen Phase signifikant zu verbessern. Am 24. Februar 2026 überreichte die hessische Sozialministerin Heike Hofmann die Bescheide für die erste Projektphase und brachte somit frischen Wind in die Bildungslandschaft. Das Projekt wird bis zu 4,2 Millionen Euro fördern, mit einer ersten Fördersumme von 200.000 Euro, die bereits für den Zeitraum von Februar bis April 2026 bereitgestellt wurde. Eine zweite Förderphase soll im Anschluss erfolgen, abhängig von der Verabschiedung des Landeshaushalts für 2026.
Ziele und Aufgaben des Kompetenzzentrums
Das Kompetenzzentrum hat seinen Sitz in Wiesbaden und agiert als zentrale Koordinierungsstelle für Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, Fachberatungen, Träger*innen und Eltern. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Timm Albers von der Universität Paderborn. Das Zentrum wird ein praxisorientiertes Gesamtkonzept für Hessen entwickeln, basierend auf dem Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren (BEP). Dieses Konzept nimmt aktuelles Wissen zur frühen Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Inklusion auf und wird eine wichtige Rolle im Bildungsprozess spielen.
Für das Konsortium, das aus Mitarbeitern der Universität Paderborn und der QiK GmbH besteht, stehen die wissenschaftliche Konzeption, die Begleitung, Evaluation und die Aufarbeitung des Forschungsstands an oberster Stelle. Die Aufgabe ist es, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln und die Qualität in der frühkindlichen Bildung zu sichern.
Digitale Innovationen und Angebote
Eine der spannendsten Neuerungen ist die zentrale digitale Plattform, die Materialien, einen KI-gestützten Beratungs-Chatbot sowie mehrsprachige Informationsangebote für Familien bereitstellt. Sprachcoaches werden als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stehen. Das Ziel ist, allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft oder individuellen Voraussetzungen, bessere Chancen auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie zu bieten, insbesondere für Kinder aus sozial benachteiligten Familien.
Die Initiative zur Verbesserung der sprachlichen Bildung ist Teil eines größeren Trends in Deutschland. Das Bundesbildungsministerium hebt hervor, dass eine gute sprachliche Entwicklung nicht nur für das Lernen, sondern auch für die gesellschaftliche Teilhabe entscheidend ist. Studien zeigen, dass viele Kinder in Deutschland in ihren sprachlichen, Lese- und Schreibkompetenzen hinterherhinken. Durch Projekte wie „Lesestart“ werden daher gezielte Maßnahmen zur Förderung in Familien angestoßen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Kompetenzzentrum „Kinder.Sprachen.Zukunft“ mit seinem innovativen Ansatz und den umfangreichen Angeboten ein wichtiger Baustein zur Förderung der sprachlichen Bildung in der frühen Kindheit in Hessen ist. Die landesweite Auftaktveranstaltung, die für Juni geplant ist, wird sicherlich ein Meilenstein für die beteiligten Fachkräfte, Eltern und Kinder darstellen und die Weichen für eine erfolgreiche sprachliche Entwicklung stellen.
Mehr Informationen findet man in den Berichten von Uni Paderborn, Hessen.de und BMBF.