Am 16. Februar 2026 richtet das Rektorat der Ruhr-Universität Bochum einen eindringlichen Hilferuf an die Öffentlichkeit. Gegenstand der Dringlichkeit ist die katastrophale Lage an der Taras-Schewtschenko-Universität in Kyiv sowie anderen Partneruniversitäten in Dnipro, die durch eine anhaltende Energiekrise stark betroffen sind. Die wiederholten Angriffe auf zivile Infrastrukturen in der Ukraine führen zu massiven Stromausfällen und verheerenden Kälteperioden, die die Lehre und Forschung erheblich behindern. In den betroffenen Hochschulen kämpfen Studierende und Mitarbeitende darum, den Universitätsbetrieb aufrechtzuerhalten.

In diesen schwierigen Zeiten ruft die Ruhr-Universität zu finanzieller Unterstützung auf. Benötigt werden dringend Generatoren und mobile Stromspeicher, deren Kosten zwischen 600 und 1.500 Euro liegen. Diese Geräte sind entscheidend, um die minimale Energieversorgung für Heizung, Strom, Beleuchtung und digitale Infrastruktur zu sichern. Der Bedarf an Unterstützung erweist sich als akut und wird voraussichtlich weit über den Winter hinaus bestehen. Die Beschaffung und Lieferung der benötigten Geräte erfolgt in enger Abstimmung mit den ukrainischen Partnerinstitutionen.

Spendenaufruf und steuerliche Absetzbarkeit

Die Ruhr-Universität Bochum hat ein Spendenkonto eingerichtet, dessen Einzelheiten veröffentlicht wurden. Die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität Bochum e. V. hat die IBAN: DE21 4305 0001 0001 3065 96 bereitgestellt, mit dem Verwendungszweck: Ukraine dringend. Spenden können bis zum 9. März 2026 geleistet werden. Interessierte sollten beachten, dass Spenden bis 300 Euro steuerlich absetzbar sind, während für höhere Beträge die Adresse im Verwendungszweck angegeben werden muss.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen ist nicht zufällig. Seit Beginn der russischen Invasion im Jahr 2022 ist die ukrainische Energieinfrastruktur eines der Hauptziele der Angriffe. Diese Angriffe haben laut dem ukrainischen Energieministerium zu enormen Schäden im Energiesektor geführt. Es wurde geschätzt, dass der Energiesektor seit Kriegsbeginn Schäden in Höhe von über 20 Milliarden US-Dollar erlitten hat. Allein im Bereich der Stromerzeugung wurden Schäden von 11,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Der vierte Rapid Damage and Needs Assessment (RDNA4), erstellt zum 31. Dezember 2024, hat diese massiven Schäden dokumentiert und verdeutlicht die Notwendigkeit internationaler Unterstützung.

Fortlaufende Unterstützung für die Ukraine

Die Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor kommt nicht nur von Universitäten. Auch deutsche Unternehmen und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) leisten bedeutende Beiträge. Seit Kriegsbeginn hat das BMWK über 375 Millionen Euro für den Ukraine Energy Support Fund bereitgestellt. Insgesamt sind 895 Millionen Euro für die Unterstützung des Wiederaufbaus der ukrainischen Energieinfrastruktur eingegangen oder zugesagt worden. Insbesondere wird ein Fokus auf die Modernisierung und Dezentralisierung des Energiesektors gelegt

Im Rahmen der Deutsch-Ukrainischen Energiepartnerschaft wurde zudem eine umfassende Spendenkampagne ins Leben gerufen, die bereits über 12.000 Güter in die Ukraine geliefert hat. Zu den gespendeten Gütern zählen elektrisches Spezialwerkzeug, Sicherungen, Transformatoren und Solarpaneele, die als dringend erforderlich gelten. Schätzungen zufolge konnten dadurch mehr als 1,1 Millionen Menschen in der Ukraine wieder mit Energie versorgt werden, eine Tatsache, die die Dringlichkeit und Bedeutung solcher Initiativen unterstreicht. Die Spendenkampagne läuft weiterhin, und der Bedarf an Hilfsgütern und finanzieller Unterstützung bleibt hoch.

Insgesamt zeigt sich, dass die Situation in der Ukraine nicht nur von der aktuellen Krise geprägt ist, sondern auch eine längerfristige Herausforderung darstellt. Der Einsatz und die Solidarität der internationalen Gemeinschaft sind in diesen Zeiten unerlässlich.