Am 15. Februar 2026 empfing die Universität Erfurt drei Abgeordnete des Deutschen Bundestages: Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Michael Hose (CDU) und Bodo Ramelow (Die LINKE). Der Anlass Ihres Besuchs war ein geplanter Austausch über die Bedeutung der Internationalen Begegnungszentren in Deutschland. Diese Zentren spielen eine wesentliche Rolle bei der Förderung internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit und der Integration ausländischer Gastwissenschaftler.

Das Internationale Begegnungszentrum (IBZ) der Universität Erfurt, gelegen in der Michaelisstraße 38, hat sich speziell der Unterbringung ausländischer Wissenschaftler*innen und ihrer Familien während deren Forschungsaufenthalte in Erfurt verschrieben. Mit insgesamt 17 Wohnungen in dem denkmalgeschützten Gebäude und einem Nebengebäude bietet das IBZ eine vorübergehende Heimat, die für viele Gäste von essenzieller Bedeutung ist.

Geschichte des IBZ

Die Geschichte des Gebäudes, das heute als Internationales Begegnungszentrum fungiert, geht weit zurück. Seit 1395 ist es als „Haus zur großen Arche Noah und Engelsburg“ bekannt und diente von 1392 bis 1395 als Wohn- und Studienort des zweiten Rektors der alten Universität, Amplonius Rattingk de Bercka. 130 Jahre später richtete der Drucker Melchior Sachse dort eine Druckwerkstatt ein, wo insgesamt 224 Schriften, darunter auch die Übersetzung der Bibel durch Martin Luther, entstanden.

Sachse veranlasste 1565 umfangreiche Umbauten, die das Gebäude in seiner heutigen Form prägten. Ab 1495 gehörte zudem ein mehrgeschossiges Nebengebäude zu den Besitztümern der Familie Sachse, das als Entstehungsort der Dunkelmännerbriefe gilt. Trotz dieser bedeutenden Geschichte erlebte das IBZ nach dem Zweiten Weltkrieg einen dramatischen Verfall. Das Gebäude wurde vorwiegend als Wohnraum genutzt, doch der Bauzustand verschlechterte sich rapide, sodass bis zu 16 Mietparteien unter schwierigen hygienischen Bedingungen lebten.

Sanierung und Wiedereröffnung

Die Pläne zur Sanierung und Wiederbelebung des Hauses scheiterten lange an fehlenden finanziellen Mitteln und Baumaterialien. Erst 1996 übernahm die Alexander von Humboldt-Stiftung das Objekt als Investorin. Zwischen 1998 und 2000 wurde das denkmalgeschützte Gebäude aufwendig saniert und umgebaut, bevor es am 2. Oktober 2000 feierlich eingeweiht und der Universität Erfurt übergeben wurde.

Das IBZ ist damit das 13. Internationale Begegnungszentrum der Alexander von Humboldt-Stiftung in den neuen Bundesländern. Die Stiftung hat zudem ein Programm implementiert, das darauf abzielt, die Integration ausländischer Gäste zu verbessern und deren Eindrücke sowie Erlebnisse in Deutschland zu fördern. Diese Initiativen sind entscheidend für die Schaffung eines einladenden Rahmens für Wissenschaftler, die einen temporären Aufenthalt in Deutschland planen.