Die Mobilität der Zukunft wird zunehmend digital und vernetzt. Aktuelle Forschungsprojekte, wie die der Forschungsgruppe „BiRaUM“ an der Technischen Universität Ilmenau, widmen sich der Untersuchung, wie Kommunikations- und Radarsysteme Verkehrsteilnehmende im Straßenverkehr wahrnehmen können. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Dallmann, einem Experten auf dem Gebiet der Funktechnologien für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge, konzentriert sich die Gruppe darauf, die Herausforderungen der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine zu bewältigen. Ein entscheidender Aspekt dabei ist das Reflexionsverhalten von Objekten wie Fahrzeugen, Fahrradfahrern und Fußgängern – es hat einen großen Einfluss auf die funkbasierte Fahrzeugkommunikation, die für ein sicheres vernetztes Fahren unerlässlich ist.
Mit dem Fortschritt in der Mobilkommunikation wird der neue Mobilfunkstandard 6G immer relevanter. Er bietet die Möglichkeit, Mobilkommunikation zur Umgebungswahrnehmung zu nutzen, fast wie ein Radarsystem. Wie die TU Ilmenau berichtet, könnte dies nicht nur zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen, sondern auch zur Detektion von Drohnen im Luftraum, was wiederum wesentliche Vorteile für die zivile Sicherheit birgt.
Innovationen durch die Integration von Technologien
Ein weiterer spannender Aspekt in der Welt der smarten Mobilität ist das Projekt 6G-ICAS4Mobility, das vom Barkhausen Institut ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, Kommunikation und Umgebungswahrnehmung effektiv zu kombinieren. Hierbei werden so genannte integrierte Kommunikations- und Sensorlösungen (ICAS) entwickelt, die die Effizienz der Fahrzeuge erhöhen und gleichzeitig die Strahlenbelastung reduzieren können. Dieses Projekt, das von der Robert Bosch GmbH geleitet wird, steht für eine moderne Herangehensweise an die Mobilität, die sowohl Datensicherheit als auch neue Technologien auf physikalischer Ebene vereint.
Das Barkhausen Institut erarbeitet dazu Konzepte, um die kombiniert erfassten Sensordaten vor Manipulation zu schützen und deren Vertraulichkeit zu gewährleisten. Im Rahmen des Projekts wird auch die Entwicklung vierer Prototypen innerhalb von drei Jahren angestrebt – ein klares Zeichen für den Innovationsdrang in der Mobilitätsforschung. Ein weiteres Highlight der Zusammenarbeit sind die zahlreichen Projektpartner:innen, die Expertise aus verschiedenen Bereichen einbringen, um die Technologie voranzutreiben.
Bedeutung für die Industrie
Die Bosch-Gruppe, ein führendes Unternehmen in der Mobilitätsindustrie, spielt eine Schlüsselrolle in dieser Entwicklung. Im Jahr 2024 erzielte sie im Bereich Mobility einen Umsatz von 55,8 Milliarden Euro, was etwa 62 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Bosch verfolgt mit seiner Vision, sichere, nachhaltige und begeisternde Mobilität zu schaffen, einen integrierten Ansatz, der Innovationen in verschiedenen Bereichen wie Elektrifizierung, Software und Fahrzeugcomputern miteinander kombiniert.
Die Innovationskraft des Unternehmens, das weltweit rund 412.000 Mitarbeitende beschäftigt und stark in Forschung und Entwicklung investiert, ist ein echter Motor für Fortschritt in der Mobilität. Einen großen Teil der F&E-Mitarbeitenden bündelt Bosch an mehreren Standorten, um Lösungen zu entwickeln, die den Anforderungen einer vernetzten und intelligenten Mobilität gerecht werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Kombination von Kommunikationstechnologien und Sensortechniken nicht nur ein technisches Upgrade für Fahrzeuge darstellt, sondern auch das Potenzial hat, unsere gesamte Mobilitätslandschaft grundlegend zu verändern.