Die Bibliothek im Ostflügel des Hohenheimer Schlosses, verbunden mit der Universität Hohenheim in Stuttgart, hat sich als Highlight unter den Bildungsstätten Deutschlands etabliert. Das Content-Netzwerk funk (ARD und ZDF) hat die schönsten Universitätsbibliotheken Deutschlands ermittelt, wobei die Hohenheimer Bibliothek in Baden-Württemberg den ersten Platz ergatterte und im deutschlandweiten Ranking den beeindruckenden 3. Platz einnimmt. Laut uni-hohenheim.de nahmen fast 35.000 Personen an der Abstimmung teil.
Die Bibliothek kann durch ihre beeindruckende Architektur glänzen: hohe Räume, bunt gestaltete Säle, Ornamente, Stuck und Kronleuchter schaffen eine angenehme Atmosphäre. Zu den besonderen Räumen zählen das „herzogliche Studierzimmer“ und das Bibliothekszimmer von Franziska von Hohenheim, welche den historischen Charme der Einrichtung unterstreichen. Ursprünglich dienten die Räumlichkeiten als Privatwohnungen und Gemäldegalerie des Herzogpaares Carl Eugen von Württemberg und Franziska von Hohenheim.
Moderne Lernwelten
Die Hohenheimer Bibliothek ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für Studierende. Seit den 1970er-Jahren beherbergt die Einrichtung den Medienbestand der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und bietet rund 100.000 Medieneinheiten an, von denen ein wachsender Teil elektronisch verfügbar ist. Insgesamt stehen etwa 300 Arbeitsplätze für Studierende bereit, die in Gruppen- und Einzelarbeitsplätze unterteilt sind.
Um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, hat die Bibliothek in den letzten Jahren zahlreiche Lernplätze modernisiert. Ein Teil dieser Modernisierungen umfasst Lerninseln mit Sichtschutz, USB-Chargern und neuen Leselampen, die eine zeitgemäße Ausstattung gewährleisten.
Der Wandel der Bibliothekslandschaft
Öffentliche und Universitätsbibliotheken entwickeln sich zunehmend zu Orten des Wohlfühlens. Eine gewandelte Bibliothekskultur wird durch ein offenes und einladendes Design geprägt. Wie deutschlandfunkkultur.de berichtet, dienen Bibliotheken nicht mehr nur der Ausleihe von Büchern, sondern bieten auch digitale Schulungen und Workshops. Moderne Bibliotheken verfügen über informelle Sitzgelegenheiten, niedrige Bücherregale und offene Räume, die Jugendlichen und älteren Menschen gleichermaßen einen Rückzugspunkt bieten.
Die Universität Hohenheim ist Teil dieses Trends, in dem Bibliotheken als soziale Lernorte eine immer wichtigere Rolle spielen. Obwohl die Ausleihezahlen in einigen Einrichtungen rückläufig sind, erleben Universitätsbibliotheken einen Boom. Studierende nutzen die Räumlichkeiten verstärkt als Plattform für Zusammenarbeit und sozialen Austausch.
Dennoch befinden sich viele Bibliotheken, einschließlich ihrer finanziellen Zukunft, in einer kritischen Lage. Der Deutsche Bibliotheksverband warnt vor bestehenden finanziellen Kürzungen, da Bibliotheken oft als freiwillige Aufgabe der Kommunen gelten. Zukünftige Lösungen zur Finanzierung von Bibliotheken sind in Anbetracht der drohenden Haushaltskonsolidierungen von großer Bedeutung.
Die Bibliothek im Hohenheimer Schloss ist nicht nur ein beeindruckendes Gebäude, sondern auch ein Beispiel für den Wandel in der Bibliothekslandschaft, hin zu einem Ort für Lernen, Austausch und Gemeinschaft.