Am 14. Februar 2026 eröffnete Ina Brandes, die Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Projekt HOLO-VOICES auf dem Gelände der Zeche Zollverein. Im Fokus der Veranstaltung stand die dringliche Notwendigkeit, persönliche Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden zu fördern. Brandes betonte, dass viele dieser Überlebenden bereits 90 Jahre oder älter sind, weshalb das Projekt ins Leben gerufen wurde, um einen zukünftigen Dialog mit ihnen zu ermöglichen. Diese Initiative ist besonders wichtig, da die Zeitzeugen, deren Geschichten und Erlebnisse von unschätzbarem Wert sind, immer seltener werden.
Die Bedeutung moderner Technologie und Künstlicher Intelligenz in diesem Kontext wurde durch die Zeitzeugin Eva Weyl hervorgehoben. Sie unterstrich, wie diese Technologien dazu beitragen können, die Erinnerungen zu bewahren und junge Menschen dazu anzuregen, sich intensiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Das Projekt spricht besonders die nachfolgenden Generationen an und richtet sich an Schulen sowie Bildungseinrichtungen, um das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu schärfen.
Interdisziplinäre Forschung gegen Antisemitismus und Rassismus
Das HOLO-VOICES-Projekt wird von Prof. Dr. Manfred Bayer, dem Rektor der Technischen Universität Dortmund, als ein interdisziplinäres Forschungsprojekt beschrieben. Es zielt nicht nur darauf ab, die Erinnerungen der Überlebenden festzuhalten, sondern auch aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus vorzugehen. Dieser multidisziplinäre Ansatz wird durch eine Vielzahl von Förderern unterstützt, darunter die RAG-Stiftung, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie die Brost-Stiftung. Diese Institutionen tragen zusammen etwa 35% der Gesamtkosten, die rund 3,2 Millionen Euro betragen.
Die restliche Finanzierung des Projekts wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sichergestellt. Neben der Eröffnung des HOLO-VOICES Projekts werden auch begleitende Ausstellungen präsentiert. Eine davon ist „Frag nach!“, die sich mit den Biografien von Inge Auerbacher und Kurt Salomon Maier auseinandersetzt. Eine weitere Ausstellung mit dem Titel „Unter Tage – Unter Zwang“, die vom Verein ZWEITZEUGEN kuratiert wird, beleuchtet die Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau.
Öffnungszeiten und Besuchsmöglichkeiten
Der Eintritt zu HOLO-VOICES und den begleitenden Ausstellungen ist kostenfrei. Einzelpersonen haben die Möglichkeit, die Ausstellungen täglich zwischen 12 und 18 Uhr zu besuchen. Für Gruppenangebote, Führungen und Workshops ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, um die Teilnehmenden bestmöglich zu betreuen und zu informieren. Dieses Konzept fördert einen lebendigen Dialog zwischen den Generationen und unterstützt das Ziel, die Erinnerungskultur in der Gesellschaft zu stärken.
Mit HOLO-VOICES wurde ein wichtiger Schritt gemacht, um die Erinnerungen der Überlebenden lebendig zu halten und zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Diese Initiative ist eine bemerkenswerte Fusion aus Forschung, Bildung und Erinnerungsarbeit, die einen bedeutenden Beitrag zur Aufklärung über die dunklen Kapitel der Geschichte leistet.