Am 20. März 2026 wird der renommierte Humboldt-Forschungspreis an Prof. Dr. Bassem Hassan vom Paris Brain Institute verliehen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung belohnt damit seine herausragenden Beiträge zur Untersuchung der genetischen Grundlagen der Gehirnentwicklung. Der Preis ist mit 80.000 Euro dotiert und erlaubt dem Preisträger, bis zu zwölf Monate in Deutschland zu forschen, was eine wertvolle Bereicherung für die Wissenschaftslandschaft darstellt. Die Freie Universität Berlin berichte, dass Bassem Hassan seit dem 16. März 2023 an der Freien Universität Berlin tätig ist.
Die feierliche Preisverleihung wird in Bamberg stattfinden, ein Ereignis, das die Förderungen internationaler Wissenschaftler*innen durch die Humboldt-Stiftung hervorhebt. Die Stiftung engagiert sich dafür, den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken und Spitzenforscher*innen international anzuziehen. Dies geschieht im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms der Bundesregierung, das darauf abzielt, internationale Talente nach Deutschland zu bringen.
Forschung zu genetischen Grundlagen
Prof. Dr. Peter Robin Hiesinger von der Freien Universität Berlin betont die bedeutenden Beiträge Hassans zur Forschung über die Rolle genetischer Programme in der Entwicklung des Nervensystems. Während seines Aufenthalts wird Hassan speziell die genetische Kodierung der zeitlichen Abläufe in der Gehirnentwicklung untersuchen. Sein Werdegang ist beeindruckend: Er ist seit 2016 Teamleiter im Bereich „Brain Development“ und Scientific Director am Paris Brain Institute. Zuvor hatte er wichtige Positionen an der Katholieke Universiteit Leuven sowie am Howard Hughes Medical Institute und den National Institutes of Health in den USA inne.
Bassem Hassan hat eine Promotion in Molekulargenetik an der Ohio State University erworben. Er wurde mit dem Roger de Spoelberch Prize ausgezeichnet und ist seit 2009 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO).
Die Entwicklung des Gehirns
Die Arbeit von Hassan berührt essentielle Aspekte der Gehirnentwicklung. Diese beginnt in der dritten Schwangerschaftswoche, und bis zur achten Woche sind Gehirn und Rückenmark fast vollständig angelegt. In den folgenden Monaten entstehen zahlreiche Nervenzellen durch Zellteilung, viele davon werden jedoch noch vor der Geburt abgebaut. Neurologen und Psychiater im Netz unterstreicht, dass während der gesamten Schwangerschaft neuronale Strukturen empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren, was den Wert von Hassans Forschung zur genetischen Einflussnahme verdeutlicht.
Bei der Geburt hat das Gehirn eines Neugeborenen etwa 100 Milliarden Neuronen und wiegt nur ein Viertel dessen, was es als Erwachsener wiegt. Die Zunahme des Gewichts und der Größe des Gehirns erfolgt hauptsächlich durch das Wachstum der Verbindungen zwischen Nervenzellen. Diese Entwicklung setzt sich über die Kindheit fort, wobei Babys Reflexe zeigen, die auf Umweltreize reagieren und schon früh Informationen aus der Umgebung aufnehmen, wie die Sprache der Eltern und Musik.
Mit zwei Jahren haben Kinder bereits die Anzahl der Synapsen erreicht, die Erwachsene haben, und diese Zahl bleibt bis zum zehnten Lebensjahr konstant, bevor sie beginnt, zu sinken. Diese Prozesse sind entscheidend für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und die Fähigkeit, komplexe Bewegungen zu koordinieren, was die Relevanz von Hassans Studien unterstreicht.
Hassans Forschung ist somit nicht nur ein bedeutender Beitrag zur theoretischen Wissenschaft, sondern hat auch praktische Implikationen für die Entwicklung medizinischer Ansätze zur Förderung einer gesunden Gehirnentwicklung in der frühen Lebensphase.
Für die Bewerbung um den Humboldt-Forschungspreis müssen spezifische Anforderungen erfüllt sein. Dazu gehören die Einreichung einer Liste von Schlüsselpublikationen sowie ein vollständiges Publikationsverzeichnis der letzten zehn Jahre, einschließlich aller relevanten Informationen. Die Humboldt-Stiftung legt hierbei großen Wert auf wissenschaftliche Durchbrüche und die Begründung der Bedeutung jeder Publikation.