Die Kooperation zwischen Deutschland und Indien intensiviert sich weiter, wie der Aufenthalt der beiden Gastwissenschaftlerinnen Antara Shridhar Poi Raiturker und Shanaia Tabitha da Cruz Fernandes an der TU Ilmenau deutlich zeigt. Die beiden Doktorandinnen sind Teil eines Forschungsprojekts, das sich auf interdisziplinäre Ansätze konzentriert und bereits mehrere Wochen in den Laboren von Prof. Andreas Schober und PD Sukhdeep Singh verbracht hat.
Ein wichtiger Kontext für ihren Aufenthalt war der erste India Day Thuringia, der im November 2024 stattfand. Diese Veranstaltung wurde von der LEG Thuringia und der TU Ilmenau organisiert und hatte zum Ziel, die wirtschaftlichen, akademischen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Indien weiter auszubauen. Ein Höhepunkt war das Networking, das den Austausch zwischen Industriepartnern und akademischen Einrichtungen förderte, sowie die Möglichkeit für Studierende der TU Ilmenau, ihre Geschäftsideen beim Indian Business Idol (IBI) 2024 zu präsentieren.
Forschungsprojekte und neue Perspektiven
Die beiden Gastwissenschaftlerinnen arbeiten an spannenden Forschungsprojekten, die sowohl technologischen als auch medizinischen Fortschritt versprechen. Antara Shridhar Poi Raiturker hat sich intensiv mit 3D-Zellkulturtechniken beschäftigt, die essentielle Modelle für biomedizinische Forschungen darstellen. Ihre Forschung zielt darauf ab, realistischere Bedingungen für das Verständnis des Zellverhaltens und der Wechselwirkungen zu schaffen.
In Gesprächen mit ihrer Kollegin Merle Küstner wurde über die Kultivierung von Gehirnorganoiden aus Stammzellen diskutiert. Diese Organoide sollen im Rahmen des Projekts KI-M-SO mithilfe von KI-gestützten Methoden optimiert werden – ein Ansatz, der die Fortschritte in der personalisierten Medizin erheblich vorantreiben könnte.
Darüber hinaus hat Antara auch mit Bachelorstudent Hannes Zorn über Forschung an Hydrogelen gesprochen. Hierbei geht es um die Herstellung von künstlicher Haut und die Extraktion der extrazellulären Matrix aus Gehirngewebe. Ein interessanter Vergleich zwischen natürlichen Hydrogelen und kommerziellen Produkten wird angestellt, um die Kultivierungseigenschaften von Organoiden zu untersuchen. Diese Organoide sind entscheidend für die Entwicklung neuer Therapien und für das Verständnis komplexer Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Gehirntumore.
Schlüsselelemente der Zusammenarbeit
Die tiefere Einbindung in internationale wissenschaftliche Netzwerke ist unerlässlich. Im Kontext dieser Bemühungen wird das Indo-German Forum, das am 20. März 2025 im DWIH New Delhi stattfindet, eine Plattform bieten, um Lösungen für globale wissenschaftliche Herausforderungen zu erarbeiten. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt diese Initiative mit zahlreichen Keynote-Vorträgen und Workshops, die dazu dienen, die Zusammenarbeit zwischen deutschen und indischen Forschern zu vertiefen.
Das Engagement, die Forschungssysteme beider Länder zu stärken und gerechte Forschungspartnerschaften zu etablieren, ist von zentraler Bedeutung, um den wissenschaftlichen Austausch nachhaltig zu fördern. Die Entwicklungen an der TU Ilmenau und die bislang erzielten Ergebnisse unterstreichen den positiven Trend in der indisch-deutschen Forschungszusammenarbeit.