Ingo Schulze wird im Sommersemester 2026 die 39. Bamberger Poetikprofessur übernehmen. Diese Professur, die von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg sowie der Stadt Bamberg ausgerichtet wird, gehört zu den angesehensten Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum. Frühere Poetikprofessoren umfassen prominente Namen wie Jenny Erpenbeck, Peter Stamm und Yoko Tawada. Diese wertvolle Tradition wird nun durch Schulze fortgesetzt, dessen literarisches Schaffen in der deutschen Literatur eindrucksvoll verankert ist.
Die Poetikprofessur wird mit einem spannenden Programm eröffnet. Am 6. Mai 2026, um 19 Uhr, findet im ETA Hoffmann Theater eine öffentliche Auftaktlesung mit anschließenden Gesprächen statt. Es folgen drei Poetikvorträge an der Universität Bamberg, die am 20. Mai, 10. Juni und 24. Juni 2026, jeweils um 18 Uhr, stattfinden werden. Ein internationales Forschungskolloquium ist für den 25. und 26. Juni 2026 im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia vorgesehen. Diese Veranstaltungen versprechen eine intensive Auseinandersetzung mit literarischen Themen und laden zur Diskussion über zeitgenössische Poetik ein.
Einblicke in Ingo Schulzes literarisches Werk
Ingo Schulze, 1962 geboren, studierte Klassische Philologie und Germanistik in Jena und war zunächst als Dramaturg und Journalist tätig. Sein erster Roman, „33 Augenblicke des Glücks“, erschien 1995 und etablierte ihn in der literarischen Szene. Zu seinen weiteren Werken zählen „Simple Storys“ (1998), „Neue Leben“ (2005), „Adam und Evelyn“ (2008), „Peter Holtz“ (2017) und „Die rechtschaffenen Mörder“ (2020). Zusätzlich zu seinen Romanen hat Schulze zahlreiche Erzählungen, Kinderbücher und Essays veröffentlicht. Sein neuester Roman, „Das Wasser im August“, wird im Sommer 2026 erscheinen.
Für seine literarischen Verdienste erhielt Schulze zahlreiche Auszeichnungen, darunter den aspekte-Literaturpreis und den Bertolt-Brecht-Preis. Von Oktober 2022 bis März 2023 war er Metropolenschreiber Ruhr der Brost-Stiftung. Seit 2023 bekleidet er zudem das Amt des Präsidenten der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, was seinen Einfluss auf die deutsche Literaturszene weiter festigt.
Organisatoren und Veranstaltungen
Die Organisation der Poetikprofessur 2026 liegt in den Händen von Prof. Dr. Friedhelm Marx, Sofie Dippold und Jonas Meurer. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass das Programm nicht nur literarischen Hochgenuss verspricht, sondern auch ein Raum für den Austausch über aktuelle Strömungen in der Literatur sein wird. Dies unterstreicht die Bedeutung der Poetikprofessur als Plattform für die Auseinandersetzung mit literarischen Fragen sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Diskurs.
Die Bamberger Poetikprofessur hebt sich durch ihren interdisziplinären Ansatz hervor, der die kreative Auseinandersetzung mit Literatur in den Vordergrund stellt. Im Gegensatz zu traditionellen akademischen Programmen fördert sie einen Dialog zwischen schriftstellerischen Praktiken und theoretischen Überlegungen, was sie zu einem besonderen Ereignis im literarischen Kalender macht.