Das Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) der Universitätsmedizin Rostock und das Patent- und Normenzentrum (PNZ) der Universitätsbibliothek Rostock haben eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um die innovative Forschung im Bereich Medizintechnik voranzutreiben. Diese Kooperation zielt darauf ab, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Patentanmeldungen zu unterstützen, insbesondere in Schlüsseldisziplinen wie Biokompatibilität, Wirkstofffreisetzung, 3D-Druck und Sensorik. Das IBMT ist nicht nur führend in der Implantattechnologie, sondern zählt auch zu den Top-Anmeldern von Patenten an der Universität Rostock.Uni Rostock berichtet, dass das Institut zur Entwicklung von bioresorbierbaren Stents forscht, die sich nach der Anwendung im Körper auflösen können. Diese innovativen Stents bieten die Möglichkeit, mit speziellen Medikamenten beschichtet zu werden, was ihre Effektivität erhöht.

Im Rahmen der Zusammenarbeit werden Dr. Erik Schreiber und Anke Ruedel vom PNZ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Informationen zu Änderungen in den oft benötigten Normen im Bereich Medizintechnik bereitstellen. Dies ist besonders relevant vor dem Hintergrund, dass Professor Niels Grabow die Notwendigkeit betont, schneller als die amerikanischen Standards (ASTM) zu werden. Dr. Wolfram Schmidt, Elektrotechniker und Mitglied in einem DIN-Normenausschuss, hebt die Vorteile der Übersichtlichkeit amerikanischer Standards hervor. Unterstützt wird die Markteinführung von Patenten durch Lars Worm und Dr. Steffen Prignitz von der Universität Rostock Service GmbH, die auch Kooperationspartner vermitteln.

Patentanmeldungen in der Medizintechnik

Deutschland gilt traditionell als ein starker Forschungs- und Innovationsstandort. Laut dem Bundesverband für Medizintechnik (BVMed) wurden zwischen 2012 und 2022 über 200.000 Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet.BVMed analysiert die Entwicklungen in der MedTech-Branche und stellt fest, dass die Patentanmeldungen in diesem Zeitraum signifikant angestiegen sind. Von 16.055 Anmeldungen im Jahr 2012 stieg die Zahl bis 2020 auf über 21.000 jährlich – ein Anstieg von 31%.

Im Jahr 2022 zeichnete sich jedoch ein Rückgang der Anmeldungen um 12,4% auf insgesamt 18.447 Patente ab. Mögliche Ursachen für diesen Rückgang könnten die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie, unterschiedliche Patentstrategien sowie ein allgemeiner Rückgang der Forschungstätigkeit sein. Dominierende Bereiche innerhalb der Patentanmeldungen sind Diagnostik, chirurgische Instrumente und Abdeckungen, die etwa 40% aller Anmeldungen ausmachen, gefolgt von Vorrichtungen zum Einbringen von Substanzen in den Körper sowie Prothesen, Bandagen und implantierbaren Filtern, die ebenfalls signifikante Anteile halten.

Internationale Perspektive

Im internationalen Vergleich ist Deutschland führend in der Medizintechnik mit rund 10% der europäischen Patentanmeldungen, liegt jedoch hinter China und den USA zurück. Während China beeindruckende 80% der globalen Patentanmeldungen in diesem Bereich verzeichnen kann, kommen die USA auf 15% und halten somit eine bedeutende Stellung im globalen Innovationsranking.Ingenieur berichtet über die Entwicklungen und Trends der Patentanmeldungen in der Medizintechnik und hebt hervor, dass Deutschland in den letzten Jahren einen signifikanten Einfluss auf den europäischen Patentmarkt ausgeübt hat, auch wenn die Zuwachsraten volatil waren.