Am 23. März 2026 fand an der Justus-Liebig-Universität Gießen die Veranstaltung „Neue Transferwege in Hochtechnologien – in Hessen für Europa“ statt. Diese wurde vom EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik und dem Gießener Graduiertenzentrum für Naturwissenschaften und Psychologie (GGN) organisiert. Ziel der Veranstaltung war es, die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in technologische Anwendungen schneller zu gestalten und damit die wirtschaftliche Wertschöpfung zu steigern. In einem Austauschformat, das unter dem Titel „GGN meets Industry“ stattfand, sollten die Beziehungen zwischen Forschenden, Studierenden und der Wirtschaft gestärkt werden.
Zu den Gästen gehörten wichtige Akteure wie Staatssekretär Christoph Degen vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung und Nicolas Gibert-Morin von der Europäischen Kommission. In ihren Reden wurden die innovationsstarken Technologien in Hessen sowie die regionalen und europäischen Wertschöpfungsketten thematisiert. Der Fokus lag auf Schlüsselbereichen wie Materialforschung, Photonik, Halbleiter- und Quantentechnologien sowie auf sicherheitsrelevanten Zukunftsfeldern.
Zusammenarbeit und Innovationsförderung
Staatssekretär Degen betonte die wachsende Bedeutung von Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, besonders im internationalen Wettbewerb um entscheidende Schlüsseltechnologien. Unterstützt wird dieser Ansatz durch das EFRE-Innovationslabor Prozessdiagnostik, das technologische Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendung fördert.
Der Vizepräsident der JLU, Prof. Dr. Alexander Goesmann, hob die Leistungsfähigkeit der Forschungslandschaft in Hessen hervor und erkannte das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Industrie an. Technologietransfer erfordere jedoch nicht nur wissenschaftliche Tiefe und Infrastrukturen, sondern auch industrielle Anschlussfähigkeit und politischen Willen, um in den verschiedenen Bereichen Vorreiter sein zu können.
Diese Perspektive wird auch im Kontext der bundesweiten Bestrebungen zur Förderung von Innovationsökosystemen deutlich. Das BMF betont, dass Deutschland über eine starke, international sichtbare Forschungslandschaft verfügt, der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse jedoch eine Herausforderung bleibt. Daher werden Netzwerke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft als entscheidend erachtet, um Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln und den Wirtschaftsstandort international wettbewerbsfähig zu machen.
Förderung von Zukunftstechnologien
Das Bundesforschungsministerium unterstützt durch verschiedene Förderprogramme die Bildung von Innovationsökosystemen, die technologisch und thematisch offen sind. Ein Beispiel für solche Initiativen ist der Spitzencluster-Wettbewerb, der von 2007 bis 2017 stattfand. Aktuell werden seit 2019 14 Zukunftscluster unter dem Motto Clusters4Future gefördert, die darauf abzielen, marktreife Produkte und Geschäftsmodelle an den Schnittstellen von verschiedenen Forschungsfeldern und Branchen zu entwickeln.
- Zukunftscluster Ocean Technology Campus Rostock: Dieser Cluster legt den Fokus auf nachhaltige Meerestechnologien, berücksichtigt dabei Arten- und Klimaschutz und vernetzt Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
- Forschungscampus „STIMULATE“ in Magdeburg: Ein Netzwerk zur Entwicklung neuer Methoden für minimalinvasive Medizin, das zahlreiche Fortschritte in der Behandlung von Volkskrankheiten erzielt hat.
Diese Ansätze und der Austausch bei der Veranstaltung in Gießen zeigen, wie wichtig gezielte Förderinstrumente für die Entwicklung leistungsfähiger Innovationsökosysteme sind. Der Transfer von Forschung in die Gesellschaft und Wirtschaft bleibt eine zentrale Aufgabe, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern und technologische Fortschritte voranzutreiben.



