
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ruth, ein renommierter Name im Bauingenieurwesen, geht nach jahrzehntelanger Lehr- und Forschungstätigkeit an der Bauhaus-Universität Weimar in den Ruhestand. Ruth, der Bauingenieurwesen an der TU Darmstadt studierte und an der Universität Stuttgart unter dem bekannten Professor Dr.-Ing. h.c. mult. Jörg Schlaich promovierte, trat 1997 seine Professur für Massivbau II an. In den letzten Jahren erweiterte er sein Engagement und übernahm die Leitung der Professur für Konstruktives Entwerfen und Tragwerkslehre an der Fakultät Architektur und Urbanistik.
Seine Karriere war geprägt von fakultätsübergreifender Zusammenarbeit und internationalem Austausch. Ruth war nicht nur Mitglied im Fakultätsrat und in diversen Ausschüssen, sondern spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Gründung des bauhaus.institut für experimentelle architektur, bauhaus.ifex, im Jahr 2013.
Engagement für nachhaltiges Bauen
Wesentlich war für Prof. Ruth sein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Er initiierte zahlreiche Projekte, die innovative Ansätze im Bauwesen verfolgen, darunter der Thüringer Klima-Pavillon, das Screenhaus Solar und ein Aufwindkraftwerk-Projekt, das mit dem Dr. Tycka Energie-Preis ausgezeichnet wurde. Diese Projekte spiegeln sein Bestreben wider, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und nachhaltige Bauweisen in der Ausbildung und Praxis zu verankern.
In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen entwickelte er die Lehrveranstaltung „Nachhaltiges Bauen“. Auch die Forschungsgruppe „Green Efficient Buildings“ wurde von ihm ins Leben gerufen, die sich mit den Prinzipien des nachhaltigen Bauens beschäftigt. Der Bausektor ist dafür bekannt, erheblich zum CO2-Ausstoß beizutragen, was die Notwendigkeit eines Umdenkens im Bauwesen unterstreicht, wie die Technische Hochschule Ingolstadt betont.
Internationale Lehre und innovative Ansätze
Ruth organisierte auch zahlreiche studentische Exkursionen nach Europa, um internationale Perspektiven in die Ausbildung einzubringen. Diese Exkursionen führten unter anderem nach London, Helsinki, Wien, Mailand, Amsterdam, Rotterdam, Barcelona und Venedig.
Darüber hinaus war er an der Entwicklung neuer Lehrmethoden beteiligt und arbeitete an Projekten mit alternativen Baustoffen, um die baulichen Infrastrukturen zu transformieren. Ziel ist es, effizientere und energieeffizientere Gebäude zu erstellen und somit den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das Studium „Nachhaltiges Bauingenieurwesen“ fokussiert sich auf diese Ziele und wird auch international als „Sustainable Civil Engineering“ angeboten.
Die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Faktoren im Bauwesen wurden stets von Ruth berücksichtigt. Er war auch an der erfolgreichen Einreichung von Patentschriften beteiligt, die auf Veranstaltungen wie der Hannover Messe präsentiert wurden. Diese innovativen Ansätze spiegeln sich in den Zertifizierungssystemen wider, die von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen entwickelt wurden. Sie bewerten verschiedene Qualitäten von Gebäuden und deren Nutzung, was Prof. Ruths Bestrebungen im Bereich nachhaltiges Bauen unterstützt.
Prof. Ruth hinterlässt ein beeindruckendes Erbe an der Bauhaus-Universität Weimar. Seine Arbeit wird auch in Zukunft Einfluss auf zukünftige Generationen von Bauingenieuren und Architekten haben.