Das TUCaktuell Campus Programm an der Technischen Universität Chemnitz hat mit einem Budget von 1,8 Millionen Euro ein neues Kapitel im Bereich des Wissens- und Technologietransfers eröffnet. Programmmanagerin Aline Lohse hebt die entscheidende Rolle hervor, die der Transfer innovativer Forschungsergebnisse für die Universität und die Gesellschaft spielt. Die Finanzierung erfolgt durch Steuermittel sowie Förderungen der Europäischen Union, was das Engagement der Institution zur Stärkung ihrer innovativen Kapazitäten unterstreicht.

Das Programm hat das Ziel, die wirtschaftliche Verwertbarkeit von Forschungsergebnissen zu überprüfen. Es ermöglicht ausgewählten Wissenschaftlern, ihre Ergebnisse weiterzuentwickeln und einen klaren Anwendungsbezug herzustellen. Das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer (ZWT) koordiniert das Programm, das bis zum 31. Oktober 2028 läuft. Der zweite Aufruf zur Antragstellung ist für das Sommersemester 2026 geplant.

Fördermöglichkeiten und Anforderungen

Die Forschenden der Universität können bis zu 100.000 Euro Förderung beantragen. Voraussetzung dafür ist ein Technologie-Reifegrad (TRL) von mindestens 4, was einen Funktionsnachweis und einen klaren Anwendungsbezug erfordert. Dies ist besonders bedeutend, da alle sechs Projekte der ersten Förderrunde bereits erfolgreich gestartet sind und somit erste positive Ergebnisse vorweisen können.

Der Wissens- und Technologietransfer ist nicht nur ein zentrales Anliegen der TU Chemnitz. Er spielt auch eine wesentliche Rolle in der FTI-Strategie 2030 sowie in den Open Innovation- und IPR-Strategien der Bundesregierung. Das zeigt sich in der „Dritten Mission“ der Universitäten, die nicht nur als Wissensträger, sondern auch als Wissensgeber in Gesellschaft und Wirtschaft fungieren sollen.

In hochentwickelten Volks economies hat Wissen eine entscheidende Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und das Lösen gesellschaftlicher Probleme. Laut einer Wifo-Studie ist Österreich innerhalb der EU führend bei Unternehmenskooperationen mit Universitäten, wobei 57 % der Großunternehmen und 30 % der kleinen und mittleren Unternehmen kooperieren. Fast 90 % dieser kooperierenden Unternehmen haben bereits Marktneuheiten eingeführt.

Institutionalisierung des Technologietransfers

Österreichische Universitäten und Forschungseinrichtungen haben Strategien entwickelt, um den Umgang mit geistigem Eigentum zu optimieren und das Technologietransfermanagement zu professionalisieren. Das BMFWF fördert diese Bestrebungen durch Programme wie die „Wissenstransferzentren“ und die „Spin-off Fellowships“. Die Wissenstransferzentren erhielten zwischen 2014 und 2018 ein Fördervolumen von circa 20 Millionen Euro zur Verbesserung interuniversitärer Managementstrukturen.

Zusätzlich werden die „Spin-off Fellowships“ bis 2026 mit weiteren 15 Millionen Euro unterstützt, um Unternehmensgründungen zu fördern. Der Gründungspreis „Phönix“, der im Oktober 2023 verliehen wurde, ist ein zusätzlicher Anreiz für Start-ups und Spin-offs. Die Nationale Kontaktstelle für Geistiges Eigentum im offenen Wissenstransfer (NCP-IP) koordiniert die nationalen Aktivitäten im Bereich Wissenstransfer und hat seit ihrer Gründung rund 73 Veranstaltungen durchgeführt.

Mit jährlich etwa 5.000 Zugriffen bietet die Website www.ncp-ip.at eine Vertragsmusterbank für den Technologietransfer an, was das Engagement der Institutionen im Bereich Wissenstransfer weiter unterstreicht.