Am 17. Februar 2026 fand an der Philipps-Universität Marburg das Marburg Modul Symposium statt, das den Abschluss eines innovativen Lehr-Lern-Formats markiert. Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen präsentierten ihre interdisziplinären Projektarbeiten, die sie während eines Semesters in dem einzigartigen MarSkills Studienbereich realisierten. Diese Projekte zielen darauf ab, gesellschaftlich relevante Themen wissenschaftlich fundiert und anwendungsorientiert zu bearbeiten. In diesem Jahr wurden insgesamt vier Projektarbeiten mit sieben Untergruppen realisiert, die sich durch ihre praxisnahe Herangehensweise auszeichnen.
Ein zentrales Anliegen des Marburg Moduls ist die Förderung von Schlüsselkompetenzen wie Teamarbeit, Projektmanagement und Wissenschaftskommunikation. Die Studierenden profitieren von dieser interdisziplinären Zusammenarbeit, die ihnen hilft, Future Skills zu erwerben, darunter Problemlösungskompetenz und digitales Denken. Das Symposium diente nicht nur als Bühne für die Präsentationen, sondern stärkte auch den Dialog zwischen der Universität und der Gesellschaft, was als besonders bereichernd empfunden wurde.
Vielfältige Themen der Projektarbeiten
Zu den Themen, die auf dem Symposium vorgestellt wurden, zählen unter anderem:
- Abpflastern: Entwicklung kreativer Kommunikationsformate zur Bewerbung des „Abpflaster“-Wettbewerbs.
- AI Lab – Schwangerschaft: Vergleich verschiedener KI-Tools zu kulturellen Perspektiven auf Schwangerschaft.
- AI Lab – Malbuch: Ausmalbuch zu Marburger Persönlichkeiten anlässlich des Universitätsjubiläums.
- AI Lab – Feedbacktool: Entwicklung eines KI-gestützten Feedbackinstruments für das Hessen-Ideen-Stipendium.
- AI in the Public Eye – Podcast: Analyse öffentlicher Narrative rund um KI.
- Formate gegen Rechts: Workshop „Rhetorik gegen Rechts“ und Analyse bestehender Bildungsformate.
Diese Projekte verdeutlichen die Relevanz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bildungskontext, einem Thema, das auch im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung“ behandelt wird. In diesem Programm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, wird der kompetente Umgang mit KI gefördert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das KI-Campus-Projekt zielt darauf ab, den Zugang zu KI-basierten Tools zu erleichtern, was die Informationskompetenz in einer zunehmend digitalisierten Welt stärkt berichtet.
Gesellschaftliche Herausforderungen und KI
Parallel zu den thematischen Schwerpunkten des Marburg Moduls wirft der gesellschaftliche Einsatz von KI komplexe Fragestellungen auf. Vor allem die Verwendung von KI durch islamistische Akteure und die daraus resultierenden böswilligen Anwendungen stellen neue Herausforderungen für Unternehmen, Staaten und Sicherheitsbehörden dar beschreibt die Entwicklungen und Maßnahmen zur Minimierung solcher Risiken.
Zusätzlich ist zu beachten, dass die Auseinandersetzung mit Vorurteilen gegenüber dem Islam und dem Phänomen des antimuslimischen Rassismus in Deutschland nach wie vor von bedeutender Relevanz ist. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 52 % der Bevölkerung den Islam als Bedrohung ansehen, wobei dieser Anteil über zehn Jahre hinweg konstant hoch geblieben ist. Im Jahr 2023 wurden 1.926 antimuslimische Vorfälle dokumentiert, was einem Anstieg von 114 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die interdisziplinären Ansätze, die im Marburg Modul entwickelt werden, könnten dazu beitragen, diese gesellschaftlichen Herausforderungen besser zu verstehen und durch Bildung zu adressieren. Das Ziel bleibt, durch fundierte, anwendungsorientierte Forschung einen Beitrag zu leisten und zukünftige Generationen auf die komplexen Fragen unserer Zeit vorzubereiten.