Am 2. April 2026 besuchte Prof. Nosheen Fatima Warraich, eine angesehene Professorin am Fachbereich Informationsmanagement der University of the Punjab in Lahore, die FernUniversität in Hagen. Ihr Aufenthalt ist Teil eines vierwöchigen Forschungsprojekts, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Der Kontakt zu Prof. Dr. Eric Steinhauer, Direktor der Hagener Universitätsbibliothek, wurde durch eine spontane Begegnung während einer privaten Reise Steinhauers nach Pakistan hergestellt. Diese zufällige Verbindung hat sich rasch zu einer vielversprechenden Zusammenarbeit entwickelt.
Während ihres Aufenthalts spricht Prof. Nosheen über die Unterschiede im Bibliothekswesen zwischen Deutschland und Pakistan. Sie hebt hervor, dass Bibliotheken in Deutschland oft nutzerzentrierter und offen zugänglich sind, während bibliothekarische Praktiken in Pakistan häufig restriktiver gehandhabt werden. Diese Unterschiede betreffen auch den Datenschutz und das Urheberrecht, insbesondere in Verbindung mit den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz. Trotz dieser systematischen Unterschiede betont sie das vergleichbare wissenschaftliche Niveau in Lehre und Forschung zwischen beiden Ländern.
Kulturelle Impulse durch Austausch
Prof. Nosheen hielt zudem eine aufschlussreiche Vorlesung über das Systematic Literature Review (SLR), eine wichtige Methode des wissenschaftlichen Publizierens. Ein zentrales Thema ihrer Forschung ist das Informationsverhalten unterrepräsentierter Gesellschaftsgruppen. Besonders engagiert sich Prof. Nosheen dafür, Gefangenen den Zugang zu Büchern zu ermöglichen. Ihr Besuch könnte langfristige Kooperationen mit Partnern aus dem Globalen Süden fördern, was für beide Institutionen von großem Vorteil wäre.
Steinhauer unterstreicht die Absicht, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zu festigen und die Herausforderungen des digitalen Wandels, die auch in der Bibliothekswissenschaft spürbar sind, zu überwinden. Die gewonnenen Erfahrungen aus solchen Austauschprojekten könnten neue Perspektiven für die Institutionen beider Länder eröffnen.
Einblick in Bibliotheks- und Informationsmanagement
Parallel zu diesen Entwicklungen weist der Studiengang Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW Hamburg (Hochschule für Angewandte Wissenschaften) auf die Bedeutung der Verknüpfung von Theorie und Praxis hin. Er legt Wert auf die Entwicklung fachlichen Know-hows sowie methodischer, sozialer und persönlicher Kompetenzen.
Die Studierenden werden in drei zentralen Handlungsfeldern ausgebildet: dem Individuum, dem Beruf und der Gesellschaft. Besonderer Wert wird auf die Stärkung von Selbst- und Sozialkompetenzen gelegt, während gleichzeitig umfangreiches Fach- und Methodenwissen für die Praxis und Forschung vermittelt wird. Im ersten Studienjahr stehen praxisnahe Projekte und Werkstätten auf dem Lehrplan, gefolgt von der Möglichkeit zur Spezialisierung ab dem zweiten Semester in Bereichen wie digitale und offene Wissenschaft sowie benutzerfreundliche Informationssysteme.
In den höheren Semestern sammeln die Studierenden praktische Erfahrungen durch Praktika und spezifische Projekte, die konkrete Herausforderungen aus der Praxis bearbeiten. Das flexible Studienangebot richtet sich nach den Interessen der Studierenden und endet mit einer praxisnahen Bachelorarbeit, oft in Kooperation mit Bibliotheken oder wissenschaftlichen Einrichtungen.
Die Prozesse des Wissensaustauschs und der praktischen Ausbildung in den Bereichen Bibliotheks- und Informationsmanagement bilden eine solide Grundlage für die internationale Zusammenarbeit, die durch Besuche wie den von Prof. Nosheen Fatima Warraich weiter gestärkt wird. Diese Kooperationen schaffen neue Chancen und fördern den interkulturellen Dialog.



